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Besser online als gar nicht zum Arzt

Von Monika Ganster
17.02.2021
, 08:48
Weil Patienten eine Corona-Infektion fürchten, verzichten sie auf Arzttermine. Das verhindert wichtige Früherkennungen, etwa von Krebs. Videosprechstunden können helfen.

Die Angst vor einer Covid-19-Infektion macht sich in den Praxen bemerkbar: „Es gehen so viele nicht zum Arzt“, hat die Allgemeinmedizinerin Manuela Kerger festgestellt. „Man sieht das schon daran, dass die Zahl der Krebsdiagnosen deutlich zurückgeht.“ Diese anscheinend gute Nachricht ist in Wahrheit wohl eine schlechte: Corona hat nicht etwa den Krebs zurückgedrängt, sondern wahrscheinlich nur die Früherkennung der Krankheit.

Die jüngsten Zahlen dazu hat die Barmer Krankenkasse aus dem zweiten Quartal 2020 vorgelegt. Danach lag der Krankenstand aufgrund von Krebserkrankungen von April bis Juni in Hessen mehr als fünf Prozent unter dem Vorjahreswert. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Rückgang an Diagnosen darauf zurückzuführen ist, dass weniger Menschen erkranken“, erläutert Martin Till, Landeschef der Barmer in Hessen. Aus Sorge vor einer Corona-Infektion gingen viele Patienten seltener zum Arzt. Diese Entwicklung sei riskant, da gerade bei Krebs die Heilungs- und Genesungschancen sinken, wenn die Erkrankung nicht frühzeitig erkannt und behandelt werde.

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Quelle: F.A.Z.
Monika Ganster- Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Monika Ganster
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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