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Eintracht Frankfurt plant mit bis zu 20.000 Zuschauern in Corona-Zeiten

Von Daniel Schleidt, Frankfurt
Aktualisiert am 31.08.2020
 - 10:50
Ein Viertel, ein Drittel? Wie voll das Waldstadion werden darf, wenn wieder Zuschauer erlaubt sind, ist derzeit noch unklar.
Die Eintracht hat ein Konzept für die Rückkehr von Fans ins Stadion erarbeitet. Der Klub braucht die Zuschauer dringend. Bei einer Fanklub-Versammlung präsentierte die Eintracht die Pläne.

Wenn der Tag X kommt, will die Frankfurter Eintracht vorbereitet sein. Auch wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am vergangenen Donnerstag beschlossen haben, dass bis mindestens 31. Oktober die Spiele der Bundesliga ohne Zuschauer stattfinden werden, hat die Eintracht bereits fertige Konzepte für die Rückkehr von Fans ins Waldstadion erarbeitet.

Auf einer Versammlung von Fanklubs machten Vertreter der Eintracht, darunter auch Mitglieder des Vorstands, nach F.A.Z.-Informationen konkretere Angaben darüber, welche Pläne der etwa 40-seitige Maßnahmenkatalog enthält und wie die Rückkehr von Fans aussehen könnte. Demnach soll sich die Zahl der Zuschauer in der Arena unter anderem aus der bis dann vom Gesundheitsamt festzulegenden Abstandsregelung ergeben. Werden anderthalb Meter vorausgesetzt, könnten der Eintracht zufolge etwa 11.500 Anhänger die Heimspiele des Klubs verfolgen. Dabei würde die gesamte Arena, ähnlich wie bei Europapokalspielen, nur mit Sitzplätzen ausgestattet; neben, hinter und vor jedem besetzten Platz müssten jeweils drei Sitze frei bleiben.

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Eintracht-Fans gespalten

Am liebsten wäre es Kristian Lossner, endlich wieder „mit den Jungs“ ins Stadion zu gehen, wie er sagt. Ganz normal, so wie früher, am besten sofort. „Aber wir haben eine neue Situation“, sagt der Rechtsanwalt und langjährige Eintracht-Fan, der auf der Haupttribüne eine Dauerkarte besitzt. Lossner kennt die Forderung vieler Eintracht-Fans, die erst dann wieder ins Stadion zurückwollen, wenn alle dürfen. Und er hat Verständnis für diese Haltung, sieht die Sache selbst aber differenzierter.

Denn Lossner versteht den Wunsch der Eintracht, so viele Zuschauer wie möglich, sobald es geht, ins Stadion zurückzuholen. Aus wirtschaftlichen Gründen, weil Fans Umsätze bringen. Aber auch aus atmosphärischen Überlegungen heraus. Sicher sei das Waldstadion mit vollen Rängen zu einer Festung geworden. Dennoch erinnert sich Lossner auch an Spiele in Zweitligazeiten der Eintracht, bei denen er mit 10.000 anderen Fans im weiten Rund des alten Stadions saß. „Wer das erlebt hat, geht auch heute ins Stadion, wenn nur 20.000 zugelassen sind“, sagt er.

Was die Corona-Auflagen angeht, seien der Eintracht nun mal die Hände gebunden. Nur bei der Personalisierung von Tickets ist der Jurist skeptisch und befürwortet es, dass die Eintracht derzeit offenbar eine „softe“ Personalisierung vorzieht, wonach etwa Dauerkarteninhaber ihr Ticket an Freunde weitergeben können. Die „harte“ Variante dagegen, wonach eine solche Weitergabe nicht erlaubt wäre, lehnt er ab. Sorgen, dass einige der Corona-Auflagen auch nach der Krise Bestand haben, hat Lossner derzeit nicht. „Ich vertraue der Eintracht, dass diese Maßnahmen nach Corona wieder rückgängig gemacht werden.“

Ob er dann wirklich ins Stadion geht, wenn es soweit ist, weiß Lossner noch nicht. Doch so weit ist es ja auch noch lange nicht.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schleidt, Daniel
Daniel Schleidt
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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