Europäische Schule

Festplatz am Rebstock unerwünscht

Von Günter Murr und Xenia Reinfels
06.07.2022
, 17:08
Vielleicht wird hier gebaut: Der neue Standort für die Europäische Schule könnte der Festplatz am Ratsweg werden.
Im Planungsausschuss wird das Konzept für die Europäische Schule in Frankfurt vorgestellt. Sollte sie auf dem Festplatz gebaut werden, will der zuständige Ortsbeirat verhindern, dass die Schausteller an den Rebstock ziehen.
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Ob die Europäische Schule wie von der Römerkoalition geplant auf dem Festplatz am Ratsweg angesiedelt werden kann, ist noch nicht klar. „Vor einer Entscheidung haben wir viele Hausaufgaben zu erledigen“, sagte Bildungs- und Baudezernentin Sylvia Weber (SPD) im Planungsausschuss des Stadtparlaments. Das betreffe nicht nur die Frage, ob das pädagogische Programm der Schule auf der knappen Fläche neben der Eissporthalle überhaupt untergebracht werden könne. Es müsse auch geprüft werden, wie sich der Festplatz auf ein derzeit von der Messe genutztes Areal am Rebstockpark verlegen lasse. „Wir werden dazu im Gespräch mit den Schaustellern und der Messe ein Konzept erarbeiten“, sagte Weber. Dabei würden auch der Ortsbeirat und die Interessen der Anwohner einbezogen.

In der Sitzung des Ortsbeirats 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald) am Montagabend zeigten sich die Mitglieder des Gremiums jedoch frustriert. Sie hatten von dem Vorhaben der Stadt nach eigenen Angaben aus der Presse erfahren. Die Stadt müsse das Gremium mit einbeziehen oder es wenigstens informieren, sagte Ortsvorsteher Thomas Gutmann (Die Grünen); „Wir sind nicht der ‚Ortsabnickrat’.“

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Betrieb an 270 Tagen

In einem am Montag vom Ortsbeirat 2 beschlossenen Antrag heißt es, man wolle „keinen Festplatz oder zusätzliche kommerzielle Veranstaltungen am Rebstock zulassen“. FDP und CDU lehnen das Vorhaben hingegen nicht kategorisch ab. Wichtig zu wissen wäre, ob der komplette Festplatz mit all seinen Veranstaltungen – und damit Betrieb an 270 Tagen im Jahr – umziehen solle oder nur die Dippemess’, sagte FDP-Fraktionsvorsitzende Sophie Hartmann. Es brauche ein ausgearbeitetes Konzept, ergänzte ihr Fraktionskollege Nathaniel Ritter. Die Messe müsse dabei „die höhere Priorität haben“. Auf dem Messegelände solle künftig an 150 Tagen im Jahr Betrieb sein, sagte Daniel Brenner (Die Grünen). In Kombination mit Festplatzbetrieb an 270 Tagen wäre die Belastung im Naherholungsgebiet Rebstock zu groß.

Der Schulstandort auf dem heutigen Festplatz bietet nach Ansicht von Baudezernentin Weber viele Vorteile: Das Grundstück befinde sich in einer prominenten Lage in Sichtweite der EZB und sei verkehrlich gut erschlossen. „Der Standort bietet ein großes Potenzial für die Schule, die sich zum Stadtteil hin öffnen will.“ Außerdem sei die Fläche bereits vollständig versiegelt, es sei kein Eingriff in die Natur nötig. Das gelte auch für einen neuen Festplatz am Rebstock, der nicht komplett asphaltiert werden müsse. „Die Schausteller haben mir berichtet, dass das nur für die Achterbahn nötig ist.“

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Albrecht Kochsiek (CDU) bezeichnete die Idee als „nicht besonders ausgereift“. Es gebe zu viele Schwierigkeiten, bei denen nicht klar sei, ob sie überwunden werden könnten. Holger Tschierschke (SPD) hingegen verteidigte die Überlegungen: „So nah waren wir noch nie an einer Lösung.“ Er wies darauf hin, dass der Festplatz am Ratsweg ohnehin saniert werden müsse. „Teuer wird es so oder so.“

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Murr, Günter
Günter Murr
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
Autorenporträt / Reinfels, Xenia
Xenia Reinfels
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung
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