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Stadtwald statt Königsforst

Von Mechthild Harting,Hans Riebsamen
23.05.2022
, 20:12
Der Jacobiweiher: Der 1932 von Forstamtsleiter Hans Bernhard Jacobi aufgestaute Weiher war auch 1958 schon ein beliebtes Ziel für Spaziergänger.
Frankfurt hat im Süden der Stadt einen der größten städtischen Forsten. Schon vor 650 Jahren wurde der Wald städtisch.
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Frankfurt ⋅ Die Geburt Frankfurts liegt im mythischen Dunkel. Ihren Namen hat die Stadt der Legende zufolge während der Sachsenkriege Karls des Großen bekommen, dem auf der Flucht vor einem sächsischen Trupp eine Hirschkuh den Weg von Sachsenhausen über eine Furt zur nördlichen Mainseite gezeigt haben soll, weshalb die Siedlung dort von nun an Frankfurt geheißen habe. Urkundlich erwähnt wurde Frankfurt zum ersten Mal 794 anlässlich der Synode von Frankfurt, als sich wichtige Kirchenvertreter unter der Leitung Karls des Großen hier trafen. Doch ist Frankfurt viel älter, schon unter den Merowinger-Königen existierte auf dem heutigen Dom-Römer-Areal vom sechsten Jahrhundert an ein Königshof.

Den Geburtstag der Reichsstadt Frankfurt kann man ebenfalls nicht genau festlegen, aber zumindest sind wichtige Ereignisse bekannt, die Meilensteine bilden auf dem Weg zur Frankfurter Selbstverwaltung. Frankfurt war ursprünglich eine Königstadt, Wald, Äcker und Wiesen gehörten dem Herrscher, die Bewohner waren allesamt unfreie Königsleute. Doch nach und nach erlangte Frankfurt vom König Privilegien, zum Beispiel 1240 das Recht, jährlich eine Herbstmesse abzuhalten, von 1330 an auch eine Frühjahrsmesse.

Vor 650 Jahren gelang Frankfurt ein entscheidender, wenn nicht der entscheidende Schritt von der Königstadt zur Reichsstadt, die sich selbst verwaltete. Bei einem Besuch in Mainz am 2. Juni 1372 verkaufte Kaiser Karl IV. den Reichsforst Dreieich, also den heutigen Stadtwald im Süden Frankfurts an die Stadt. Dieses Ereignis nimmt das Umweltdezernat zum Anlass für einen Festakt an diesem Mittwoch im Institut für Stadtgeschichte, wo unter anderem ein Film von Thomas Claus zur Geschichte des Stadtwalds präsentiert wird. Und am Sonntag ist dann jeder Frankfurter zum Jubiläumsfest in den Stadtwald eingeladen.

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Jubiläumsfest im Stadtwald

Mit Jagdhornklängen wird am Sonntag um 12 Uhr auf dem Gelände des Informationszen­trums Stadtwaldhaus/Fasanerie das Jubiläumsfest zu 650 Jahre Frankfurter Stadtwald eröffnet. Waldgeschichten, Holzsägen und Baumklettern, Führungen zu den Themen Wald und Klimawandel, Gespräche mit den Förstern zu diesem besonderen Erholungsraum, aber auch Jagdhornkonzerte, Waldkino und Wildschweinbratwürste stehen an diesem Tag bis 17 Uhr auf dem Programm. Das Informationszentrum liegt nur wenige Schritte von der Isenburger Schneise entfernt. mch.

Quelle: F.A.Z.
Mechthild Harting - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Mechthild Harting
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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