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Frankfurter Fernsehturm

Hochfliegende Pläne

EIN KOMMENTAR Von Inga Janović
 - 16:30
Oberbürgermeister Feldmann möchte, dass der Fernsehturm wieder öffentlich genutzt wird.

Es ist eine Art Sommertagstraum, mit dem sich Oberbürgermeister Peter Feldmann zum Ferienende in seiner Stadt zurückgemeldet hat. Den Nerv der Internetgemeinde hat er mit seiner Initiative für die Revitalisierung des Fernsehturms auf jeden Fall getroffen.

Die Foren haben sich rasch gefüllt mit Erinnerungen an Ausflüge in der Kinderzeit, wilde Discoabende und ruhige Minuten, in denen die Zeitzeugen bäuchlings auf den großen, schrägen Glasfenstern hoch über Frankfurt lagen. Die einhellige Meinung: Wir wollen wieder rein und vor allem hoch auf unseren Turm.

Ob Feldmann, dem es immerhin gelungen ist, beim Eigentümer eine fest verschlossen geglaubte Tür wieder zu öffnen, das tatsächlich möglich machen kann? Ob er Gastronomen oder Eventmanager für die Idee gewinnen kann? Vielleicht wäre ja das geplante Technomuseum besser hoch oben als unter der Hauptwache aufgehoben. München, wo der Fernsehturm genau wie in Mannheim, Düsseldorf und natürlich Berlin nach wie vor ein Besuchermagnet ist, hat schließlich ein Rockmuseum in der Kanzel.

Mehrere Aussichtstürme

Doch die technischen Hürden für die öffentliche Nutzung des Turms sind in Frankfurt hoch. Zudem wird Feldmann viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, einen privaten Investor davon zu überzeugen, dass Frankfurt auf eine solche Attraktion wartet.

So sehr man vom Ausblick schwärmen mag – an Gelegenheiten, sich aus der Vogelperspektive ein Bild von Frankfurt zu machen, mangelt es Bürgern und Touristen nicht. Insbesondere der Maintower und das Restaurant im neuen Henninger-Turm bieten diese Möglichkeit.

Wobei erfahrungsgemäß alles leichter geht, wenn eine Anschubfinanzierung in Aussicht steht, wie sich in Hamburg und Dresden zeigt. Es war sicher kein Zufall, dass Feldmann gemeinsam mit seinem Hamburger Parteifreund Johannes Kahrs den Fernsehturm bestieg. Der ist SPD-Obmann im Haushaltsausschuss des Bundestags, wo die Entscheidung fiel, dass der Bund den Umbau für die Wiedereröffnung des „Telemichels“ mit 18,5 Millionen Euro bezuschusst und den Dresdnern die Hälfte der Baukosten finanziert.

Berlin könnte den Frankfurtern wohl schwerlich verweigern, was es anderen Städten gewährt. Ein paar Millionen scheinen also schon bereitzuliegen. Der möglicherweise aufkeimenden Versuchung, zusätzlich städtisches Geld einzusetzen, sollte man im Römer widerstehen. Es gibt wahrlich dringendere Bauaufgaben der öffentlichen Hand in Frankfurt.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Janovic, Inga
Inga Janović
Wirtschaftsredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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