FAZ plus ArtikelTigerpalast in Frankfurt

Das Wohnzimmer der Artisten

Von Eva-Maria Magel
10.08.2021
, 11:42
Türöffnerin: Tigerpalast-Direktorin Margareta Dillinger ist täglich mit Artisten wie Darkan Kambychev (vorne) und Chu Chuan Ho im Theater.
Im Frankfurter Varietétheater Tigerpalast öffnet Margareta Dillinger jeden Tag die Türen. Es wird viel trainiert, geredet und getröstet – bis im Herbst die Saallichter endlich wieder angehen.
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Chu Chuan Ho kann acht Stunden am Tag trainieren, er scheint niemals müde zu werden und lächelt über jeden gelungenen Trick. Dass er es jetzt kann, so viele Stunden die Diabolos in den abenteuerlichsten Schleifen wirbeln zu lassen, liegt am zweiten Zuhause, in dem der junge Artist die nächsten Wochen verbringen kann. In Taiwan, seiner Heimat, hat Chu keinerlei Hoffnung auf eine baldige Impfung, die ihm ermöglichen würde, wieder kreuz und quer durch die Welt zu reisen. Und von Arbeitsmöglichkeiten kann dort ebenfalls keine Rede sein. Das Standbein ist für den jungen Artisten Streetfood gewesen, sein zweites Talent.

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Jetzt bitten ihn seine Kollegen aus aller Welt, mal für sie zu kochen. Gemeinsam zu kochen und zu essen gehört für die internationale Artistenfamilie dazu, die sich an der Heiligkreuzgasse versammelt. In den vergangenen anderthalb Jahren noch mehr als sonst. Diejenigen, die in Quarantäne waren, seien von den anderen in der Zeit mitversorgt worden, sagt Margareta Dillinger. Die Varieté-Direktorin hatte am Wochenende nach dem 13. März 2020 ihren Künstlern sagen müssen, dass der Tigerpalast wegen Corona schließen müsse. Um hinzuzufügen, wozu sie seither steht: Die Künstlerwohnungen stehen allen offen, die nicht in ihre Heimatländer wollen oder können, und es kann jeden Tag im Tigerpalast trainiert werden.

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Autorenporträt / Magel, Eva-Maria
Eva-Maria Magel
Leitende Kulturredakteurin Rhein-Main-Zeitung.
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