FAZ plus ArtikelNachwuchs im Frankfurter Zoo

Zookinder in Corona-Ruhe

Von Claudia Schülke
07.02.2021
, 14:49
Klettern und klammern, knabbern und nuckeln: Der Frankfurter Zoo freut sich über seine verspielten Jungtiere. Wegen der Schließung gibt es seit Monaten keine Besucher mehr, aber den Kleinen wird auch so nicht langweilig.
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Arco knabbert schon am Blattgemüse. Aber: „Er frisst nicht, er macht nur kaputt.“ So hat es Zoodirektor Miguel Casares beschrieben, wie sich Sabrina Linn erinnert. Die Kuratorin für Menschenaffen und Huftiere hat ein stetes Auge auf das Gorilla-Baby im „Borgori-Wald“ des Frankfurter Zoos. Arco wurde am 7. September vorigen Jahres geboren. „Am Anfang war er ein bisschen unbeholfen, wie ein Menschenkind. Aber jetzt wird er mobiler und sitzt schon neben Mama Shira“, sagt Linn. Bis zu vier Jahre lang säugt eine Gorilla-Mutter ihren Nachwuchs. Shira hat mit ihren 16 Jahren schon vier Jungtiere aufgezogen. Arcos Schwester Wela würde gern mit ihrem kleinen Bruder spielen, aber mit ihren vier Jahren sei sie schon ein bisschen zu robust für den Kleinen, erläutert Linn. Neun Westliche Flachlandgorillas leben im Menschenaffenhaus, neben 15 Bonobos und fünf Orang-Utans. Die Affen der unterschiedlichen Arten können sich sehen, sind aber durch Sicherheitsglas voneinander getrennt. Hier, im streng geschützten „Borgori-Wald“, sind sie sogar vor Corona sicher, weil der Zoo seit Anfang November geschlossen ist und das Menschenaffenhaus wegen der besonderen Gefährdung seiner Bewohner ohnehin seit dem Frühjahr nicht mehr geöffnet wurde.

In Gabun und Zentralafrika sind nur noch rund 360.000 Westliche Flachlandgorillas zu Hause, denn nordwestlich vom Kongofluss werden Wälder gerodet und Menschenaffen gejagt, um als Bush-Meat verzehrt zu werden. „Der Siedlungsdruck nimmt zu“, sagt die Kuratorin, die seit vorigem Jahr das Zuchtbuch des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms führt. Die International Union for Conservation of Nature (IUCN) führt den Westlichen Flachlandgorilla auf der Roten Liste gefährdeter Arten in der Kategorie „vom Aussterben bedroht“.

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Tierbestand im Frankfurter Zoo

An der Bernhard-Grzimek-Allee leben zu Beginn dieses Jahres 499 Tierarten, darunter 88 Säugetierarten mit 1033 Individuen. Mit Rotscheitelmangaben, Parmawallaby und Stachelschweinen kamen 2020 neue Arten hinzu. Wichtige Nachzuchten gab es bei Bongos, Okapis und Erdferkeln. Die 70 Vogelarten sind mit 316, die 62 Reptilienarten mit 393 Individuen vertreten. 218 Tiere gehören den 22 Amphibienarten an, 2280 Fische den 137 Fischarten. Zudem gibt es tausend Wirbellose in 70 Arten.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schülke, Claudia
Claudia Schülke
Freie Autorin in der Rhein-Main-Zeitung.
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