FAZ plus ArtikelFridays for Future

Demonstration mit Waldbesetzung

Von Matthias Trautsch
24.09.2021
, 20:25
Fridays for Future: Nach einer Demonstration sind Klimaschützer auf Plattformen in einem Waldstück im Frankfurter Osten geklettert.
Aus Sicht vieler Demonstranten von Fridays for Future reicht weder die Bambuszahnbürste im eigenen Bad noch das Kreuzchen auf dem Wahlzettel aus, um etwas zu verändern. Der parlamentarischen Demokratie trauen sie nicht, sie setzen auf einen Systemwandel.

Mit individuellem Handeln sei die Klimakrise nicht zu überwinden – da ist sich die Rednerin von Fridays for Future sicher. „Ob wir als Einzelne Bambuszahnbürsten kaufen, ist irrelevant“, sagt die junge Frau auf dem Lastwagen vor der Alten Oper. Von ähnlich begrenzter Wirkung wie Bambuszahnbürsten seien die Kreuzchen auf dem Wahlzettel. Wirklich helfen werde nur ein Systemwechsel, sprich die Abschaffung des Kapitalismus. Das aber sei „nicht im Bundestag oder im Supermarkt, sondern nur auf der Straße“ zu bewerkstelligen. „Braver Protest bringt nichts.“ Dass etwas illegal sei, bedeute nicht, dass es falsch sei, dass etwas legal sei, heiße nicht, dass es richtig sei. Auf dem bis an den Rand gefüllten Opernplatz brandet Applaus auf.

Im späteren Verlauf des Freitags werden einige Aktivisten den Worten Taten folgen lassen. Im Anschluss an die Demonstration von Fridays for Future, die auf dem Opernplatz beginnt und mit einer Kundgebung auf dem Römerberg endet, besetzen Klimaschützer ein kleines Waldstück im Frankfurter Osten. Sie wollen damit die geplanten Rodungen für den Ausbau der A66 und den Bau des Riederwaldtunnels verhindern. Für die Autobahn würden im Fechenheimer Wald, im Erlenbruch und im Teufelsbruch auf zwei Kilometern wertvolle Bäume, artenreiche Feuchtgebiete und Alleenbäume zerstört, teilt die Kampagne „Teufelsbruch bleibt!“ mit.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Trautsch, Matthias
Matthias Trautsch
Koordination Reportage Rhein-Main.
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