FAZ plus Artikel2-G-Plus in der Gastronomie

Angst vor dem Sterben auf Raten

Von David Lindenfeld
13.01.2022
, 15:08
Kommt manchem schlimmer vor als der Lockdown: Wegen der 2-G-Plus-Regel fehlt den Kneipen die Laufkundschaft.
Die 2-G-Plus-Regelung im Hotspot Frankfurt bereitet den Gastronomen große Sorgen. Wirte rechnen mit einem immensen Umsatzrückgang. Manch ein Betrieb wird die Krise wohl nicht überleben.
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Fast 173 Jahre gibt es das „Fichtekränzi“ schon. Der Gastronomiebetrieb gehört zu den ältesten Apfelweinstuben in Alt-Sachsenhausen im Frankfurter Süden. Er hat das Kaiserreich und die Weimarer Republik, die Weltwirtschaftskrise 1929 und zwei Weltkriege überdauert. Doch auch an den prestigeträchtigsten Lokalen, die in der Stadt ihren festen Platz haben, geht die Pandemie nicht spurlos vorüber. Derzeit bleiben viele Tische wieder leer. Die 2-G-Plus-Regelung, die seit dem Wochenende unter anderem für das Gastronomiegewerbe gilt, weil Frankfurt zuletzt an drei Tagen hintereinander eine Inzidenz von 350 überschritten hatte, ist die neueste schlechte Nachricht für eine Branche, die in den vergangenen beiden Jahre schon so viele dieser Art erhalten hatte. Kai Buhrfeindt, der Inhaber des „Fichtekränzi“, spricht von einer „Katastrophe“. Am Montag habe das Besucheraufkommen gerade einmal zehn Prozent eines normalen Tages betragen. Für jeden Inhaber ist das ein Verlustgeschäft. Sein Lokal wird deshalb fortan an Sonntagen, Montagen und Dienstagen geschlossen bleiben.

Vielen Gastronomen geht es ähnlich wie Buhrfeindt. Alle aus der Branche, mit denen man in diesen Tagen spricht, drücken zwar ihr Verständnis für den Kampf gegen die Omikron-Variante aus und sind bemüht darum, keine Untergangsstimmung aufkommen zu lassen. Doch die Warnungen werden lauter und deutlicher. „Wir müssen noch abwarten, was die 2-G-Plus-Regelung zur Folge hat. Aber grundsätzlich fühlt sich das an wie ein Sterben auf Zeit. Vielen geht die Luft zum Atmen aus“, sagt James Ardinast, der mit dem „Stanley“ und der Bar „Shuka“ zwei Restaurants in Frankfurt besitzt und stellvertretender Vorsitzender der Initiative Gastronomie Frankfurt ist. „Vielen in der Branche wäre es lieber, kurz, knapp und konsequent zu handeln wie bei vorigen Lockdowns.“ Das Problem: Kurz, knapp und konsequent schien zuletzt keine Option mehr zu sein.

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Autorenporträt / Lindenfeld, David
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