Neues Hochhaus in Frankfurt

Grüner Turm mit Halfpipe

Von Rainer Schulze
29.06.2022
, 08:03
Ergrünt: So soll der 100 Meter hohe Turm aussehen.
Bis 2026 soll im Frankfurter Europaviertel mit dem bis zu 100 Meter hohen Hochhausprojekt „Nion“ ein Büroturm entstehen, der das grüne Bauen ernst nimmt. Der angrenzende Park soll ein Gelenk zum Stadtteil Gallus bilden.
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Das niederländische Architekturbüro UN Studio soll den geplanten Büroturm „Nion“ im Europaviertel in Frankfurt gestalten. Nachdem der Wettbewerb im Januar zunächst ohne klaren Sieger geblieben war, hat sich das Büro in der Überarbeitungsphase gegen das gleichrangig platzierte Architekturbüro Grüntuch Ernst durchgesetzt. Eine Anerkennung ging an Stefano Boeri aus Mailand.

Die Berliner Architekten Grüntuch Ernst hatten auch schon den Porsche De­sign Tower entworfen, der zunächst auf dem Baufeld neben der Emser Brücke geplant war. Weil sich der Wohnturm aber nicht erfolgreich vermarkten ließ, hat der neue Eigentümer Groß & Partner nach dem Erwerb des Grundstücks zu­gunsten einer Büronutzung umgeplant und einen neuen Wettbewerb ausgelobt.

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Bauherr setzt auf Nachhaltigkeit

Gefragt war ein dezidiert „grünes Design“. Die beiden erstplatzierten Büros setzen stark auf eine vertikale Begrünung der Fassaden. Der Siegerentwurf von UN Studio hat die Form eines stehenden „L“: Zur Emser Brücke ragt ein schlanker 100-Meter-Turm auf, der nach Westen in einen niedrigeren Sockel übergeht. Die Fuge zwischen beiden Ge­bäudeteilen ist üppig begrünt, vertikale grüne Bänder prägen den Sockelbau. So entsteht nach Ansicht von José Martinez, Mitgeschäftsführer von Groß & Partner, der Eindruck, als ob das Grün aus dem Park gleichsam über das Gebäude wan­dere.

Auch im Inneren sollen sich die grünen Elemente fortsetzen. Durch das Erdgeschoss zieht sich, vorbei an einem Café, eine begrünte Passage von der Europa­allee zum Park, die möglicherweise auch öffentlich zugänglich sein wird. Beim Energieverbrauch setzt der Bauherr ebenfalls auf Nachhaltigkeit: 70 Prozent des Wärme- und 30 Prozent des Kälte­bedarfs soll über Geothermie gewonnen werden, zehn Prozent des Stromverbrauchs sollen Solarzellen in der Fassade decken. Der Büroturm hat 45.000 Qua­dratmeter Bruttogeschossfläche und soll Anfang 2026 fertig sein.

An den Turm grenzt südlich ein öffentliches Grundstück an, das neben dem Bahndamm zur Idsteiner Straße führt und als Park gestaltet werden soll. Dort befindet sich auch ein Wasserturm, der unter Denkmalschutz steht. In einem städtebaulichen Vertrag ist geregelt, dass sich der Bauherr an der Gestaltung des Parks finanziell beteiligt. Noch unklar ist, wie der Wasserturm künftig genutzt wird – verschiedene Ideen werden geprüft von einem Kiosk über ein Café bis zu einer Kunstinstallation.

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Planungsdezernent Mike Josef (SPD) freut sich, dass ein „grüner Turm“ realisiert wird, der mit seinem Gegenüber eine Torsituation an der Europaallee bilde. Josef wünscht sich bei der Gestaltung des Parks auch Bewegungsangebote für junge Menschen.

Mit attraktiven Elementen wie einer Halfpipe könne man einen Mehrwert für eine Gruppe schaffen, die man normalerweise bei einem Hochhausprojekt nicht im Blick habe. So könne der Park zu einem Begegnungsraum und einem Gelenk zwischen Europa- und Gallusviertel werden. Martinez nannte diese Idee „charmant“, der Park sei der „schöne Rücken“ des Turms: „Wir wollen weg vom Elfenbeinturm.“

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Die Beiträge der acht Wettbewerbsteilnehmer sind derzeit im Planungsdezernat der Stadt Frankfurt, Kurt-Schumacher-Straße 10​, ausgestellt.

Quelle: F.A.Z.
Rainer Schulze - Portraitaufnahme für das Blaue Buch
Rainer Schulze
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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