Studie zu Artenvielfalt

Im Fluss Arno leben fast nur noch fremde Fische

21.12.2020
, 05:01
Für die Fischerei ausgesetzt: Der Sonnenbarsch gehört zu den nicht einheimischen Arten, die im Arno leben
Wie verändert sich die Wasserfauna durch die Einwanderung fremder Arten? Das haben Frankfurter Forscher im italienischen Fluss Arno bei Florenz untersucht.
ANZEIGE

Einen radikalen „Bevölkerungsaustausch“ hat es im Fluss Arno bei Florenz gegeben. Wie Wissenschaftler des Frankfurter Senckenberg-Instituts gemeinsam mit italienischen Kollegen herausgefunden haben, wurden die ursprünglich dort heimischen Fischarten in den vergangenen 215 Jahren nahezu komplett durch eingewanderte Spezies ersetzt.

ANZEIGE

Die Forscher haben die Artenvielfalt im Fluss untersucht und zusätzlich historische Dokumente und Sammlungen ausgewertet. Um 1800 setzte sich der Fischbestand demnach zu 92 Prozent aus landestypischen Arten zusammen, 200 Jahre später lag deren Anteil nur noch bei sechs Prozent; einzige heimische Art ist jetzt die Schleie. Vom Menschen zu Fischereizwecken ausgesetzt wurde etwa der Sonnenbarsch. Auch 70 Prozent der heute im Arno lebenden Schnecken, Muscheln und Krebstiere gehören nicht zur heimischen Fauna. Die Artenvielfalt unter den Fischen ist dank der Einwanderung größer als früher – bei den großen Wirbellosen dagegen hat sie sich verringert.

Link zur Studie: https://doi.org/10.1111/gcb.15442

Quelle: F.A.Z. / zos.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
ANZEIGE