Kompromiss in der EKHN

Frankfurter Bibelhaus darf auf Fortbestehen hoffen

Von Matthias Trautsch
Aktualisiert am 27.11.2020
 - 12:08
Überzeugend: EKHN-Präsident Volker Jung findet mit seinem Kompromissvorschlag große Zustimmung.
Die Evangelische Kirche will dem Frankfurter Bibelmuseum jetzt doch das Überleben sichern. Der Zuschuss soll 2025 nicht gestrichen, sondern nur halbiert werden.

Die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat am Freitag mit großer Mehrheit einem Kompromissvorschlag der Kirchenleitung zugestimmt. Demnach wird der Zuschuss für den Betrieb des Frankfurter Bibelhauses 2025 nicht vollständig gestrichen, sondern auf jährlich 300.000 Euro halbiert. Voraussetzung ist, dass die Frankfurter Bibelgesellschaft, die das Museum betreibt, bis 2024 ein neues Konzept mit zusätzlichen Finanzquellen vorlegt.

Über die ursprüngliche Vorlage der Kirchenleitung hatte die Synode seit Donnerstag kontrovers diskutiert. Kirchendezernentin Melanie Beiner hatte die Gründe für eine geplante Einstellung des Zuschusses erläutert. Sie verwies auf Überlegungen, einen Neubau für das Museum zu errichten, um langfristig den Anspruch an eine moderne Museumsarbeit zu erfüllen. Die dafür nötigen Investitionen von 2,5 bis 10,5 Millionen Euro könne sich die Kirche angesichts eines allgemeinen Einsparziels von 140 Millionen Euro bis 2030 aber nicht leisten. Auch Prüfungen einer Zusammenarbeit des Museums mit dem Alten Dom Mainz oder dem Religionspädagogischen Institut hätten zu keiner sinnvoll erscheinenden Lösung geführt.

Auf Kinder und Jugendliche konzentrieren

In der Debatte würdigten fast alle Redner die Arbeit des Bibelhauses und dessen religionspädagogische Bedeutung. Unter anderem wurde beantragt, mit einem reduzierten Zuschuss die Angebote auf Kinder und Jugendliche zu konzentrieren und den wissenschaftlichen Anspruch hintanzustellen. Der Frankfurter Stadtdekan Achim Knecht wies auf die Rolle des Bibelhauses in der Frankfurter Museumslandschaft hin und unterstützte einen Antrag, dem Museum bis Ende 2022 Zeit zu geben, ein neues Konzept zu erstellen und erst dann über den Zuschuss zu befinden. Falls das Konzept nicht trage, könnten die Zahlungen auch schon dann und nicht erst 2024 eingestellt werden.

Am Freitagmorgen stellte EKHN-Präsident Volker Jung den Kompromissvorschlag der Kirchenleitung vor, der in der Aussprache große Zustimmung demnach fand. Jung sagte, die Frankfurter Bibelgesellschaft müsse nun klarstellen, wie die Zukunft des Museums aussehen solle. Die Kirche biete ihre Hilfe bei der Erstellung eines Konzepts an.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Trautsch, Matthias
Matthias Trautsch
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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