FAZ plus ArtikelProzess zu Opernplatzkrawallen

„Ich habe keinen Hass auf die Polizei“

Von Alexander Jürgs
17.02.2021
, 15:48
Im ersten Prozess gegen einen der Randalierer vom Frankfurter Opernplatz zeigt der Angeklagte Reue und Unverständnis. Das Gericht fällt ein mildes Urteil gegen den jungen Flaschenwerfer. Ein bestimmtes Buch muss er lesen.

Im feinen Hemd und blauen Jeans, die Hände auf dem Rücken, steht Elyas T. im Gerichtssaal und blickt auf einen Computerbildschirm. Darauf zu sehen: ein Video, das zeigt, wie er eine leere Wodkaflasche greift und mit Wucht von sich schleudert. T. steht in einer Menge junger Männer auf der Frankfurter Freßgass, dass die Lage in dieser Nacht angespannt ist, wird aus der kurzen Videosequenz deutlich. Noch während der Film läuft, ergreift der Zwanzigjährige das Wort. „Ich kann es selbst nicht fassen, warum ich das getan habe“, sagt er.

Elyas T. ist der erste von einer ganzen Reihe an jungen Männern, die sich wegen der Ausschreitungen auf dem Frankfurter Opernplatz im vergangenen Sommer vor Gericht verantworten müssen, am Amtsgericht wird sein Fall am Mittwoch verhandelt – unter großem Medieninteresse. Denn der Schock über die damalige Randale sitzt bis heute tief. Die Richterin spricht davon, dass die Ausschreitungen das „Sicherheitsgefühl der Menschen nachhaltig erschüttert“ haben. Ein Polizist, der als Zivilbeamte damals dabei war, schildert, wie er erst am Morgen danach begriffen habe, in welcher Gefahr er sich befand. Solch eine Aggression wie in der Nacht habe er zuvor noch nicht erlebt.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Jürgs, Alexander
Alexander Jürgs
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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