FAZ plus ArtikelNeubau der Städtischen Bühnen

Hinter den Kulissen

Von Rainer Schulze
28.06.2022
, 16:51
Kulturfabrik: Die Stadt sucht nach einem neuen Standort für die Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz.
Lange nichts mehr gehört vom geplanten Neubau der Städtischen Bühnen? Im Hintergrund jedenfalls tut sich etwas: Der Magistrat klärt letzte Fragen, bevor Ende des Jahres eine Entscheidung ansteht. Der Ausgang scheint weiterhin offen.
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Die Stadt Frankfurt steht vor einer Jahrhundertaufgabe. Die in den Sechzigerjahren entstandene Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz mit den beiden Bühnentürmen von Schauspiel und Oper hat das Ende ihrer Lebenszeit erreicht. Die Arbeitsbedingungen in dem verschachtelten Gebäude sind inzwischen kaum noch zumutbar. Die Haustechnik ist in einem katastrophalen Zustand, für einzelne Geräte gibt es keine Ersatzteile mehr. Jüngst schilderte Opernintendant Bernd Loebe die Lage so: Fiele die Belüftung im voll besetzten Saal der Oper aus, müsste er ihn sofort räumen lassen. Denn die Atemluft würde in einem solchen Fall nur noch für drei Minuten reichen.

Die Städtischen Bühnen sind derart verbaut und verschachtelt, dass viele Experten von einer Sanierung abraten. Sie wäre Gutachtern zufolge nicht nur teurer als ein Neubau, die grundlegenden Mängel des Gebäudes ließen sich bei einer Sanierung auch nicht beseitigen. Die Stadtverordneten haben darum im Januar 2020 beschlossen, dass die Städtischen Bühnen abgerissen und neu gebaut werden sollen. Die neue Koalition im Römer steht zu dem Beschluss, auch wenn eine Initiative, die die Theaterdoppelanlage bewahren will, die Alternativlosigkeit der Neubaulösung immer wieder infrage stellt. In einigen Tagen will sie ein Buch vorstellen, das die Debatte noch einmal befeuern könnte. Aber es ändert nichts daran, dass die künstlerischen Bedingungen nach einer Sanierung wohl kaum auf dem Niveau eines Neubaus wären. Die Frage ist, ob andere Faktoren wie der Erhalt der im Gebäude gebundenen, sogenannten grauen Energie und des kulturellen Erbes diesen Nachteil wettmachen. Dazu scheint immer noch nicht alles gesagt zu sein.

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Quelle: F.A.Z.
Rainer Schulze - Portraitaufnahme für das Blaue Buch
Rainer Schulze
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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