Neue Wege bei der Organisation

Doch noch eine Chance für den Kirchentag

Von Ralf Euler
12.11.2020
, 18:03
Der Ökumenische Kirchentag in Frankfurt erscheint wieder möglich: Stadt und Veranstalter wollen das Risiko eingehen, Tausende Teilnehmer im Mai zu empfangen. Bei der Planung wollen sie kreativ werden.

Die Planungen für den 3. Ökumenischen Kirchentag im Mai nächsten Jahres gehen trotz der Corona-Pandemie weiter. Vertreter der Stadt und der Veranstalter des Kirchentages waren sich am Donnerstag in einer Videokonferenz einig, dass das Risiko, eine Großveranstaltung mit Tausenden von Teilnehmern in der Stadt verantwortbar sei. Das Coronavirus erzwinge allerdings neue Wege bei der Organisation des Kirchenfestes. „Wir suchen nach Lösungen, wie wir ein starkes ökumenisches Zeichen auch in Zeiten der Pandemie ermöglichen können“, sagte der Präsident des Kirchentages, Thomas Sternberg. „Wenn Kirchentagsfeeling unter vielen Menschen nicht möglich ist, müssen wir ein solches Ereignis neu denken.“

Auf Seiten der Stadt war vor dem virtuellen Treffen, an dem auch der Leiter des Gesundheitsamts, René Gottschalk, teilnahm, über eine Absage des Kirchentages nachgedacht worden. Am Donnerstag bekundete Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) indes, dass Frankfurt stolz sei, als Austragungsort und Gastgeber des Ökumenischen Kirchentages ausgewählt worden zu sein. Die Coronapandemie sei eine enorme Herausforderung, und er zolle den Veranstaltern großen Respekt dafür, dass sie überzeugt seien, diese Herausforderung meistern zu können. Klar sei, dass der Gesundheitsschutz an erster Stelle stehen müsse.

Die Stadt sei weiterhin gerne Gastgeber eines Festes des Glaubens und der Nächstenliebe, äußerte Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker (CDU). Er kündigte an, dass die Stadt die Kirchen bei der Planung eines Kirchenfestes unter Corona-Bedingungen unterstützen werde. Dazu würden in den nächsten Tagen weitere Gespräche stattfinden.

Bettina Limperg, Co-Präsidentin des Kirchentages, sprach nach der Konferenz von einer „Richtungsentscheidung“. Die Planungen für das Großereignis würden jetzt „gemeinsam und verantwortungsvoll“ vorangetrieben; auch als „Hoffnungszeichen für viele Menschen“.

Quelle: F.A.Z.
Ralf Euler - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Ralf Euler
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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