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Norwegische DJs in Frankfurt

Nordisch by nature

Von Alexander Jürgs
 - 17:59
Bereits im vergangenen Jahr wurde auf der Buchmesse gefeiert: Hier im Literaturhauszur Bildergalerie

Als Todd Terje zum ersten Mal außerhalb seiner norwegischen Heimat als DJ gebucht wurde, von einem Club im britischen Birmingham, da endete das als Reinfall. Terje wollte den Briten zeigen, wie in norwegischen Diskos aufgelegt wird: möglichst wild durcheinander nämlich. Also hatte er nicht nur Electro-Platten eingepackt, sondern auch Samba, Disco und Punk. Doch der krude Mix irritierte. Und Terje hatte realisiert: Erst mal musst du dein DJ-Können beweisen, bevor es schräg werden darf. Diese Maxime beherzigt er seitdem – und gehört heute zu den wenigen norwegischen DJs, denen eine internationale Karriere geglückt ist.

In den Frankfurter Mousonturm bringt Terje nun die Buchmesse. Seine Heimat ist in diesem Jahr das Gastland der Literaturschau. Teil des norwegischen Kulturprogramms während der Messe ist auch das „Norsk Festival“, das die Musikszene des Landes vorstellen will. Künstler wie die Indierockband Motorpsycho, Sängerin Hanne Hukkelberg und der Jazz-Pianist Ketil Bjørnstad wurden dazu eingeladen. Und eben Todd Terje: Sein Sound ist äußerst tanzbar, was vor allem daran liegt, dass er ein großes Faible für Disco-Musik hat. Seine Tracks haben immer etwas Spielerisches und Euphorisches. Darauf setzen auch klassische Popstars: Für Robbie Williams hat Todd Terje einmal einen Song geschrieben, als Produzent war er auch für die britische Band Franz Ferdinand tätig. Sein Pseudonym – bürgerlich heißt der DJ Terje Olsen – ist eine Hommage an eine der Legenden der House-Kultur: den New Yorker DJ Todd Terry.

Neben Todd Terje wird im Mousonturm noch ein zweiter, weniger bekannter Vertreter der norwegischen Clubszene zu erleben sein: Der Produzent André Bratten spielt ein Live-Set, bei dem er Electro, Nu-Disco, House und Detroit Techno vermengen wird.

Noch vor Todd Terje war einem anderen norwegischen DJ der internationale Durchbruch geglückt: Thomas Moen Hermansen, der seine Stücke unter dem Alias Prins Thomas und häufig gemeinsam mit dem Produzenten Hans-Peter Lindstrøm veröffentlicht. Auch er ist stark von der Disco-Kultur der siebziger und achtziger Jahre geprägt, als „Space Disco“ wird seine Musik gar nicht so selten beschrieben. Und auch ihn kann man anlässlich der Buchmesse nun in Frankfurt erleben: Am Samstag, den 19. Oktober, tritt Prins Thomas bei der „FBM Closing Party“ im Atelierfrankfurt in Osthafen-Nähe auf.

Gleich vier Vertreter der norwegischen Clubkultur wurden für die Party gebucht: Neben Prins Thomas werden auch Karima F., die regelmäßig im Osloer Club Jaeger auflegt und das Label Schloss Records betreibt, Olle Abstract, ein weiterer Resident-DJ aus dem Jaeger-Club, und Joakim Haugland, der Macher des Labels Smalltown Supersound, dabei sein. Hauglands Plattenfirma feiert in diesem Jahr ihr fünfundzwanzigjähriges Bestehen: Auf der Party wird er ein Buch über die Geschichte seines Labels vorstellen. Und es gibt, bereits von 21 Uhr an, den Dokumentarfilm „Northern Disco Lights“ über die norwegische Clubszene zu sehen. Wer bei der Filmvorführung dabei sein will, sollte besser vorab ein Ticket reservieren, im Saal steht nur eine begrenzte Zahl an Plätzen zur Verfügung.

FBM 19 Closing Party

19. Oktober 2019, 22.30 Uhr, Frankfurt, Atelierfrankfurt

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Jürgs, Alexander
Alexander Jürgs
Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.
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