FAZ plus ArtikelPolizei und der „NSU 2.0“

Wie weit der Verdacht gegen Johannes S. ging

Von Anna-Sophia Lang
12.05.2022
, 18:58
Alexander M. (hier neben seinem Verteidiger Ulrich Baumann) gilt der Staatsanwaltschaft als mutmaßlicher Verfasser der „NSU 2.0“-Drohschreiben. Die Nebenklage hat auch einen Polizisten im Visier.
Eine NS-Uniform, ein falsch datierter Einsatz und Zitate, die auch der „NSU 2.0“ verwendete: Im Prozess am Landgericht Frankfurt schildert ein Ermittler stundenlang, warum ein Polizist vom 1. Revier in den Fokus geriet.
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Die Staatsanwaltschaft hat im „NSU 2.0“-Prozess die These der Nebenklage zurückgewiesen, wonach das erste Drohschreiben im August 2018 an die Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz nicht der Angeklagte, sondern der Polizeibeamte Johannes S. vom 1. Revier verschickt hat, nachdem er etwa anderthalb Stunden zuvor an einem Computer auf der Dienststelle umfassende Daten zu Basay-Yildiz und ihrer Familie abgefragt hatte.

Die Staatsanwälte sagten, sie seien „verwundert“ über diese Beweiswürdigung. Die Nebenklage picke sich Rosinen heraus und lasse anderes beiseite. Man gehe nach wie vor davon aus, dass es der Angeklagte war, der das erste Drohfax verschickt habe. So habe unter anderem ein Kollege von Johannes S. vor Gericht angegeben, es seien auf der Dienststelle auch ohne Nennung eines Passwortes Daten an Polizisten weitergegeben worden, die aus anderen Bundesländern anriefen. Auch die These, dass der Computer, von dem aus die Daten abgefragt wurden, später manipuliert wurde, wies die Staatsanwaltschaft zurück.

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Autorenporträt / Lang, Anna-Sophia
Anna-Sophia Lang
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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