Neues RMV-Ticket

Für wenig Geld zu den Attraktionen der Region

Von Hans Riebsamen, Frankfurt
17.02.2017
, 12:03
Auf zur Verkostung: Auch für Ausflüge in den Rheingau kann die neue Rhein-Main-Card genutzt werden.
Mit der Rhein-Main-Card kann man zwei Tage lang durch die Region fahren. Zusätzlich gibt es Rabatte auf Eintrittspreise in Museen, Bädern und dem Frankfurter Zoo.

Die touristischen Attraktionen des Rhein-Main-Gebiets können künftig günstig erkundet werden. Das verspricht die Rhein-Main-Card, die vom 1.März an in 50 Verkaufsstellen in Frankfurt und der Region angeboten wird. Mit ihr kann man an zwei aufeinanderfolgenden Tagen im Tarifgebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes mit Bussen und Bahnen fahren, wobei nur die Züge des Fernverkehrs ausgenommen sind. Die Karte gewährt darüber hinaus verbilligten Eintritt in vorerst 49 Museen, Bäder und den Frankfurter Zoo. In einer Broschüre sind alle Ziele mit Vergünstigung aufgelistet. 22 Euro kostet die Rhein-Main-Card für eine Einzelperson, Gruppen bis zu fünf Personen zahlen 46 Euro. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der gestern die Rhein-Main-Card zusammen mit Vertretern der Region und des RMV im Frankfurter Römer vorstellte, sprach von einem „unschlagbaren Angebot“ an die Bewohner des Rhein-Main-Gebiets und an Touristen, die Frankfurt oder die Region besuchten.

Wer heute zum Beispiel einen Ausflug von Frankfurt nach Rüdesheim am Rhein macht, zahlt für die Hin- und Rückfahrt vom Frankfurter Hauptbahnhof mit 23,90 Euro schon mehr, als die Rhein-Main-Card kostet. Vor allem rechnet sich die Karte aber für Gruppen. Künftig kann ein kleiner Stammtisch von fünf Männern sich für 46 Euro zu einem Umtrunk in einer Wirtschaft an der Drosselgasse in Rüdesheim kutschieren lassen. Vielleicht planen die Herren auch noch eine Schifffahrt auf dem Rhein. Mit der Rhein-Main-Card bekommen sie für die Romantiktour zu den Burgen und Schlössern entlang des Stroms 25 Prozent Rabatt. Das fröhliche Quintett könnte den Tag im Thermalbad Aukamm in Wiesbaden ausklingen lassen, wo sie 20 Prozent Rabatt erhielten. Wenn es um 22 Uhr schließt, fährt der Stammtisch nach Hause – natürlich wieder mit der Karte.

Der Freizeitverkehr gewinnt an Bedeutung

Theoretisch könnte der Stammtisch die Tour sogar am nächsten Tag wiederholen oder einen zweiten Ausflug etwa zum Museum Künstlerkolonie in Darmstadt machen, wo es 40 Prozent Rabatt auf den Eintritt gibt. Oder er fährt zum Römerkastell Saalburg, der Grube Messel oder zu den Opelvillen in Rüsselsheim, wo es überall 20 Prozent Rabatt gibt. Die Rhein-Main-Card ermöglicht aber nicht nur den Wiesbadenern, den Hanauern und Rüsselsheimern, Ausflüge zu Attraktionen überall in der Region oder in Frankfurt zu machen. Auch Touristen, die zum Beispiel mit dem Flugzeug in Frankfurt landen, können ein oder zwei Tage lang gegen ein verhältnismäßig geringes Entgelt Ziele wie das Kloster Eberbach, das Keltenmuseum Glauberg oder das Brüder-Grimm-Haus in Steinau an der Straße aufsuchen. Mit Hilfe der Rhein-Main-Card könne er das Rhein-Main-Gebiet viel besser international als Touristenziel verkaufen, glaubt denn auch Thomas Feda, Geschäftsführer der Tourismus und Congress GmbH Frankfurt.

Er ist einer der Erfinder der neuen Karte, die in dem seit 15 Jahren bestehenden Arbeitskreis Tourismus Frankfurt/Rhein-Main ausgetüftelt wurde. Dessen Vorsitzender Burkhard Albers (SPD), Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises, hat die Rhein-Main-Card als bisherigen Höhepunkt der Vermarktung der Region bezeichnet. Das neue Angebot sei auch eine Chance für den RMV, sagte Hochtaunus-Landrat Ulrich Krebs (CDU), der stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Verkehrsverbundes ist. Für den RMV werde der Freizeitverkehr vor allem an den Wochenenden immer wichtiger, wie RMV-Geschäftsführer Knut Ringat berichtete. Sein Verbund bestelle immer mehr Busse und Bahnen für das Wochenende, der Verkehr habe samstags und vor allem sonntags während der zurückliegenden fünf Jahre um bis zu 30Prozent zugenommen.

Quelle: F.A.Z.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot