FAZ plus ArtikelSyrer vor Gericht

Freundlicher Arzt oder gnadenloser Folterer?

Von Anna-Sophia Lang, Frankfurt
19.01.2022
, 18:29
Prozess in Frankfurt: Der aus Syrien stammender Arzt (links) im Sicherheitssaal des Oberlandesgerichts in Frankfurt neben seinem Anwalt Ulrich Endres.
Jahrelang arbeitete er unerkannt in Deutschland, obwohl er in seinem Heimatland Gräueltaten begangen haben soll. Jetzt muss sich ein syrischer Arzt wegen Foltervorwürfen vor dem Oberlandesgericht Frankfurt verantworten.
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Der erste Verhandlungstag läuft seit genau zwei Stunden, als der Vorsitzende Richter ein Dokument verliest. Es handelt sich um die Bescheinigung über eine Approbation als Arzt, ausgestellt im Mai 2015 von einer syrischen Behörde, Originalsprache Arabisch, deutsche Übersetzung. Der Arzt Alaa M., heißt es darin, habe seine Approbation erhalten. Dann steht da: M. habe keinerlei beruflichen Verstöße begangen.

Der Mann, um den es in dem Schreiben geht, sitzt währenddessen auf der Anklagebank im Oberlandesgericht Frankfurt: Ordentlich frisiert, blauer Anzug, weißes Hemd, antwortet er den Richtern des Staatsschutzsenates höflich und in gutem Deutsch. Alaa M. ist 36 Jahre alt, Facharzt für Orthopädie und, wenn es nach der Bundesanwaltschaft geht, das Gegenteil dessen, was ihm die syrische Behörde bescheinigt.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Lang, Anna-Sophia
Anna-Sophia Lang
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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