FAZ plus ArtikelWetter-Bilanz für den Februar

Mike, Nils und das Prinzenpaar

Von Peter Badenhop
09.03.2021
, 12:55
Nicht rekordverdächtig: Minus zehn Grad Anfang Februar sind für Frankfurt inzwischen trotzdem ungewöhnlich.
Auch im Februar hat Corona den Alltag bestimmt – nur das Wetter machte mal wieder, was es wollte. Interessant dabei ist der Blick auf die höchste und die niedrigste Temperatur des Monats.
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Es gibt Dinge, gegen die kommt selbst eine Pandemie nicht an. Im Gegenteil: Das Leben im Schatten des Virus sorgt dafür, dass manche Phänomene noch sichtbarer und intensiver, ja, man möchte sagen: schlimmer werden. Der Wahlkampf ist so ein Phänomen. Schon unter normalen Umständen ist das Gerangel der Kandidaten und Parteien mitunter ziemlich nervtötend, vor allem die flächendeckende Plakatierung der Stadt. Und jetzt, da es keine Versammlungen, Kundgebungen und Wahlkampfstände geben darf und sich alles ins Netz verlagert, gibt es offenbar kein Halten mehr: Frankfurt ist ein einziger Schilderwald, von jeder Ecke aus grinsen einen Mike Josef, Nils Kößler und Kerry Reddington an.

An jeder Laterne und jedem Baum hängen Plakate, auf jedem Grünstreifen stehen riesige Stellwände mit Slogans wie „Schwierige Zeiten – richtige Antworten“ oder „Frankfurt, aber richtig“ oder „Hey Frankfurt, mach mal mutige Politik“. Kann man diesen die Umwelt und das Seelenheil belastenden Unsinn nicht im Zuge der Corona-Bekämpfung einfach verbieten? Das wäre doch mal ein schönes Thema für die nächste Ministerpräsidenten-Schalte.

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Kaum eine Woche richtig winterlich

Anfang Februar hatten die meisten mit dem Winter abgeschlossen. Schon im Dezember und Januar war in Frankfurt nicht viel von ihm zu sehen gewesen, und am 3. Februar zeigte das Thermometer an der Messstation am Flughafen schon frühlingshafte 12,6 Grad. Aber dann fielen die Temperaturen innerhalb von weniger als einer Woche um 15 Grad, und die sprichwörtlich kalte Jahreszeit zeigte noch einmal mit Nachdruck, woher ihr Name rührt.

So kamen die Frankfurter sogar in den Genuss von fünf Tagen mit Dauerfrost und Nachtwerten um zehn Grad minus. Solche Wintereinbrüche sind in der Mainmetropole – wie in vielen anderen Teilen des Landes – inzwischen eine Seltenheit. Und auch diesmal konnten die wenigen eisigen Februar-Tage an der milden Bilanz des Winters 2020/21 nichts ändern. Zumal kurz darauf der Vorfrühling mit einer solchen Macht ausbrach, dass die Höchstwerte plötzlich fast die 20-Grad-Marke erreichten. So stellt sich der Corona-Winter am Ende in eine Reihe mit seinen Vorgängern der vergangenen Jahre.

Mit einer Mitteltemperatur von 3,2 Grad war auch er deutlich zu warm, nämlich 1,8 Grad im Vergleich zum langjährigen Referenzwert von 1,4 Grad, der sich auf die Periode von 1961 bis 1990 bezieht. Nimmt man als Vergleichszeitraum allerdings die 30 Jahre zwischen 1991 und 2020, dann war der Winter im Grunde ganz und gar durchschnittlich, nämlich nur noch 0,4 Grad wärmer als der Normalwert von 2,8 Grad.

Dass die wirklich kalten Zeiten offenbar vorüber sind, zeigt auch ein Blick auf die Frosttage der vergangenen drei Monate. 37 waren es insgesamt, im langjährigen Mittel sind es eigentlich 52. Und im Jahrhundertwinter 1962/63 waren es sage und schreibe 80. Ähnlich sieht es bei den sogenannten Eistagen, also jenen mit Dauerfrost, aus: Gerade einmal fünf waren es diesmal, 15 sind normal, und 50 waren es 1962/63. Ungewöhnlich stark war in den vergangenen Wochen und Monaten der Niederschlag.

Mit einer Summe von 203,1 Millimetern und einem Plus von fast 50 Prozent im Vergleich zum Mittelwert von 137,7 Millimetern war der Winter der fünftfeuchteste seit 1949. Aber auch in dieser Kategorie zeigt sich, dass er im Grunde auf dem Rückzug ist: Zwar haben die Meteorologen an der Messstation am Flughafen an 24 Tagen in den vergangenen drei Monaten Schnee, Schneeregen oder irgendetwas in der Art registriert, eine erkennbare Schneedecke bildete sich aber nur an zwölf Tagen. Im langjährigen Durchschnitt sind es 20. Und im Winter 1962/63 waren es tatsächlich 70. bad.

Quelle: F.A.Z.
Peter Badenhop - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Peter Badenhop
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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