FAZ plus ArtikelBlinde und die Corona-Krise

Die Distanz ist größer geworden

Von Thorsten Schweinhardt
08.05.2020
, 12:08
Wer blind durch die Krise steuert, kann schwer Abstand halten oder einen vollen Bus meiden. Auch die Maske stellt für Blinde eine neue Barriere bei der Kommunikation mit Sehenden dar – als ob es davon nicht schon genug gäbe.

Supermärkte hatten für mich schon immer etwas Verwirrendes. Ein Labyrinth aus Regalen, zwischen denen der Schall zerfasert. Durch die Gänge laufen Menschen in alle Richtungen. Ein Klangbrei aus Schritten, rasselnden Einkaufswagen und durcheinanderschnatternden Stimmen. Da muss ich mich schon sehr konzentrieren, um mich wenigstens grob zu orientieren.

Seit das Coronavirus umgeht, ist das noch schwieriger geworden, denn die Supermärkte haben nun einen anderen Sound. Die Stimmen der Menschen klingen undeutlich, als nuschelten sie in ein Stofftuch. Und genauso ist es ja auch: Alle tragen Masken, so wie es für den Einkauf vorgeschrieben ist.

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