<iframe title="GTM" src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Flughafenlärm für Offenbacher

Mit offenen Karten spielen

Von Jochen Remmert
Aktualisiert am 18.02.2020
 - 16:35
Die Nähe zum Flughafen bringt Offenbach viele Vorteile aber auch den damit verbundenen Lärm.
Die Deutsche Flugsicherung testet derzeit, wie man die Rollzeiten zum neuen Terminal 3 und somit die Kapazität des Frankfurter Flughafens optimieren könnte. Die Leittragende davon sind die Bewohner Offenbachs.

Keine Frage, das komplizierte Bahnensystem des Frankfurter Flughafens stellt in Hauptverkehrszeiten sehr hohe Anforderungen an alle, die mit der sicheren und flüssigen Abwicklung des Verkehrs zu tun haben. Insofern ist eigentlich plausibel zu begründen, warum die Deutsche Flugsicherung derzeit testet, wie sehr sich die Rollzeiten zum neuen Terminal 3 verkürzen und die Kapazität des Flughafens optimieren lassen, wenn man bei Betriebsrichtung West alle drei mehr oder weniger parallel liegenden Bahnen gleichzeitig für Landungen nutzt.

Eigentlich. Denn die Besonderheiten des Bahnsystems und die zu erwartenden Belastungen für die Anrainer sind nicht neu und allen Beteiligten seit der Ausbauplanung bekannt. Gerade weil das so ist, hat man den Offenbachern seinerzeit versichert, man werde den befürchteten Lärmteppich durch drei parallele Anflüge verhindern. Und zwar dadurch, dass man die Centerbahn eben nicht mehr regelhaft für Landungen bei Betriebsrichtung West – wenn die Flugzeuge aus dem Osten in Richtung Westen anfliegen – nutzen werde. Aus Sicht der Offenbacher hat sich dadurch eine Lücke ohne direkten Überfluglärm zwischen den Einflugschneisen zur Nordwestlandebahn und der Südbahn ergeben, Fachleute sprechen von einer Lärmspreizung.

Das alles ist Teil des Lärmschutzversprechens im Zusammenhang mit dem Flughafenausbau gewesen. Und es ist aus Sicht der Offenbacher vollkommen nachvollziehbar, wenn die aktuellen Tests jetzt größtes Misstrauen erzeugen. Wenn dann noch – wie geschehen – den Offenbachern zugerufen wird, dass es sich ausschließlich um Verfahren handele, die ohnehin zulässig seien, also nicht einmal mehr einer zusätzlichen Genehmigung bedürften, dann muss man sich nicht wundern, wenn der Argwohn rasch zunimmt, denn ungeschickter kann man kaum kommunizieren.

Zumal man gerade in Offenbach sehr wohl weiß, welche Vorteile der Flughafen auch für die kleine Nachbarstadt Frankfurts bietet. Aber in Offenbach weiß auch jeder, der sich für die Entwicklung der Stadt interessiert, dass die Nähe des Flughafens durch die Lärmschutzzonen der Stadt kaum mehr Entwicklungschancen lässt. Wenn die Testergebnisse vorliegen, müssen die Karten offen auf den Tisch – bevor entschieden wird, was daraus folgt.

Quelle: F.A.Z.
Jochen Remmert - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Jochen Remmert
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.
  Zur Startseite

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.