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Neues Programm der Schirn

Bild und Sound

Von Michael Hierholzer
 - 17:30
Neuartige Spezies oder surrealistischer Traum? Ein irritierender Blick auf die Welt in der Frankfurter Schirn.zur Bildergalerie

Auch wenn die Gegenwart voller Bilder steckt, gelingt es der Kunst dennoch immer wieder, einen neuen, überraschenden, ungewöhnlichen, fesselnden, irritierenden Blick auf die Welt und die Dinge zu werfen. Davon zeugen die Ausstellungen, die in der Frankfurter Schirn Kunsthalle im neuen Jahr präsentiert werden, auf besonders eindringliche Weise. Das Programm 2019 beginnt mit einer Schau, in der das Spätwerk des österreichischen Bildhauers Bruno Gironcoli zu besichtigen ist (14. Februar bis 12. Mai). Gigantische Objekte, die aus surrealistischen Träumen oder aber einer Zukunft mit neuartigen Spezies zu stammen scheinen, bevölkern die Räume, Wesen mit glänzenden Oberflächen aus Gold, Silber und Kupfer.

„A Journey through Mud and Confusion with Small Glimpses of Air“ lautet der Titel einer Ausstellung, die einen Überblick über das Werk des schwedischen Künstlerpaars Nathalie Djurberg und Hans Berg bietet (28. Februar bis 26. Mai). Etwa 40 Video- und Soundarbeiten aus den vergangenen zwei Jahrzehnten führen das Publikum in farbenprächtige Umgebungen ein, die von hypnotischen Klängen durchdrungen werden und in denen sich düstere, von schwarzem Humor grundierte Parabeln abspielen. Der Schweizer Konzept-, Performance- und Objektkünstler John M. Armleder wird für die Ausstellung „Circa circa“ (7. Juni bis 1. September) eigens für die Schirn neue Installationen entwickeln, die er im Innen- und Außenraum präsentieren wird.

Sound in der zeitgenössischen Kunst

Parallel dazu widmet sich eine große thematische Schau dem Sound in der zeitgenössischen Kunst. Die Ausstellung „Big Orchestra“ (19. Juni bis 8. September) vereint künstlerische Arbeiten, die wie Musikinstrumente funktionieren oder sich auf solche beziehen. Klang und Bild werden zu einer Einheit. Zu erleben sind unter anderem Werke von Doug Aitken, Nevin Aladag, Tarek Atoui, Constantin Luser, Christian Marclay, Caroline Mesquita, Rie Nakajima, Naama Tsabar und David Zink Yi.

Als Beitrag zur Buchmesse, deren Ehrengast in diesem Jahr Norwegen ist, zeigt die Schirn monumentale Wandarbeiten von Hannah Ryggen, deren Bildsprache stets einen politischen Hintergrund hat. (26. September bis 12. Januar 2020. Zum ersten Mal erhält das Publikum in Deutschland damit einen Einblick ins OEuvre dieser norwegischen Künstlerin.

Retrospektive auf das Werk von Lee Krasner

Als Höhepunkt im Ausstellungsprogramm 2019 kündigt die Schirn eine Retrospektive auf das Werk von Lee Krasner an, die den Abstrakten Expressionismus in den Vereinigten Staaten mitbegründet und entscheidend geprägt hat (11. Oktober bis 12. Januar 2020). Etwa 100 Werke, Gemälde, Collagen, Zeichnungen sowie Filme und Fotografien aus internationalen öffentlichen und privaten Sammlungen geben einen umfassenden Eindruck von Krasners Schaffen, das ein halbes Jahrhundert umfasst. Die Bedeutung, die sie für die Entwicklung der modernen gegenstandslosen Malerei hatte, wurde erst spät deutlich, stand sie doch lange im Schatten ihres Mannes Jackson Pollock, den sie als Ehefrau und Muse auch in schwierigen Situationen immer unterstützte. Die spezifisch amerikanische Spielart der gestischen Abstraktion, die sich in den fünfziger Jahren herausgebildet hat, ist aber im Kern ein Produkt der symbiotischen Zusammenarbeit von Pollock und Krasner. Nach dem frühen Tod des Künstlers ging Krasner noch einmal neue Wege: Sie begnügte sich nicht mit einmal gefundenen bildkünstlerischen Lösungen, sondern machte sich immer wieder auf die Suche nach neuen Ausdrucksweisen.

Auch für das Jahr 2020 hat die Frankfurter Schirn Kunsthalle schon geplant: Die Ausstellung „Phantastische Frauen“ (13. Februar 2020 bis 24. Mai 2020) beschäftigt sich mit dem weiblichen Beitrag zum Surrealismus.

Quelle: F.A.Z.
Michael Hierholzer - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Michael Hierholzer
Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.
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