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FAZ plus ArtikelBonobo-Baby

Eine Erzieherin für den kleinen Yango

Von Pauline Stahl
 - 09:30
Vertrauensverhältnis: Bonobo-Baby Yango mit seiner Ziehmutter Andrea Knott.zur Bildergalerie

Neugierig schaut das kleine Bonobo-Jungtier im Zoo in die Gesichter seiner Beobachter. Nicht ängstlich, aber immer aus sicherer Entfernung lässt sich das fünf Wochen alte Tier bereitwillig auf dem Arm seiner Ziehmutter fotografieren. Andrea Knott, die Frau des Revierleiters, sitzt mit Yango auf einer Matratze an einem Glasfenster mit Blick in das Affenhaus. Um sie herum liegen Stoffpuppen und Rasseln für Babys. Das ist momentan Yangos Zuhause. Jedenfalls tagsüber, denn über Nacht nehmen Tierpfleger Carsten Knott und seine Frau den kleinen Affen mit nach Hause. „Yango schläft bei meiner Frau auf der Brust, um ihren Herzschlag zu hören“, berichtet Knott. „Seit seiner Geburt hat sie viele schlaflose Nächte.“ Doch Andrea Knott macht ihren ehrenamtlichen Job gerne. Die Zweiundfünfzigjährige ist keine Tierpflegerin, sondern gelernte Erzieherin – und vielleicht gerade deshalb eine „sehr qualifizierte Betreuung“, wie ihr Mann meint.

Handaufzuchten sind oftmals problematisch

Knott übernimmt zurzeit die Aufgaben von Yangos Mutter Zomi. Zwar kümmerte sich das Bonobo-Weibchen um ihren Sohn, ließ ihn aber nicht trinken. Zwei Tage nach der Geburt musste das Jungtier stark unterkühlt aus der Gruppe genommen werden. Eine leichte Entscheidung war das laut Zoodirektor Miguel Casares nicht. Handaufzuchten seien bei den Tieren oft problematisch. Werden die Bonobos durch Menschen aufgezogen, können sie viele für sie eigentlich typische Verhaltensweisen nicht lernen. „Häufig haben sie dann Probleme, in der Gruppe zurechtzukommen“, sagt Casares. In Yangos Fall habe es jedoch gute Gründe für eine Handaufzucht gegeben. Dass die Bonobos zu den bedrohten Tierarten gehören, hat zu der Entscheidung beigetragen. Noch ist Yango zu jung, um in die Gruppe reintegriert zu werden. Ihn in einen anderen Zoo mit einer geeigneten Ziehmutter abzugeben ist eine weitere Option.

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„Faszination Tier“ erlebbar machen Im Zoo sollen Tiere in Zukunft so in Szene gesetzt werden, dass die „Faszination Wildtier“ auf die Besucher überspringt und in ihnen den Wunsch weckt, zum Schutz der Ökosysteme beizutragen. Das ist die Kernbotschaft eines Berichts, den Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) dem Magistrat auf eine Anfrage zu den Zukunftsplänen für den Tiergarten vorgelegt hat. Konkrete Pläne, wie der Zoo zum „Lernort für Naturschutz“ gemacht werden kann, soll Zoodirektor Miguel Casares mit seinem Team erarbeiten. Welche Investitionen nötig sind, ist nach Angaben aus dem Dezernat noch nicht klar. Auch die Kosten für die als dringlich bezeichneten Sanierungen, die in den nächsten vier Jahren vorgenommen werden sollen, werden nicht genannt. Zu den nötigen Arbeiten gehören unter anderem die Verbesserung des Brandschutzes im Grzimekhaus, ein barrierefreier Zugang zum Obergeschoss des Exotariums und ein Gastronomieangebot. Außerdem muss das Dach des Exotariums saniert und die Tierhaltung an internationale Vorgaben angepasst werden – das gilt beispielsweise für den Innenauslauf der Giraffen und die Außenanlage der Löwen. Bis 2022 soll das bewältigt werden, die Mittel dafür seien vorhanden, hieß es aus dem Dezernat. Zudem soll ein konkreter Plan entstehen, wie sich im folgenden Jahrzehnt zwei Großprojekte verwirklichen lassen: die Neuordnung des Südwest- und des Nordost-Geländes mit den alten Affenanlagen. Diese beiden Areale von insgesamt etwa fünf Hektar seien die einzigen zusammenhängenden Großflächen des Zoos, auf denen eine zukunftsweisende Zooentwicklung stattfinden könne, heißt es in dem Bericht. Jedes Areal soll sich auf eines der großen, Wildnisgebiete beziehen, in denen die Zoologische Gesellschaft Frankfurt aktiv ist, um die Kooperation zwischen Zoo und Naturschützern deutlich zu machen. (cp.)
Quelle: F.A.Z.
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