FAZ plus ArtikelWohnen nah an Frankfurt

Lässt der Bauboom die Preise sinken?

Von Klaus Nissen
30.07.2019
, 14:22
Die hohen Mietpreise in Frankfurt treiben Interessenten weiter ins Umland. Dort wird auch schon kräftig gebaut. Doch sind dort Immobilien wirklich günstiger?

Vor allem im Westen der Wetterau ragen zahlreiche Baukräne in den Himmel. Leitungen werden verlegt, Wohnstraßen in frühere Äcker planiert, Kellergruben ausgebaggert, Mauern und Dachstühle hochgezogen. 2017 genehmigte das Kreisbauamt 1728 neue Wohnungen, die fast alle bis Ende dieses Jahres fertig werden. Laut Kreisverwaltung entstehen 408 Einfamilienhäuser und 108 Zweifamilienhäuser. 1212 neue Wohnungen können in Mehrfamilienhäusern bezogen werden. Insgesamt gibt es rund 138.000 Wohnungen für die 306.000 Menschen in dem Landkreis nördlich von Frankfurt. Nicht so teure Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern sind und bleiben knapp. Das Statistische Landesamt zählt nur etwa 52.000 Geschosswohnungen in der Wetterau.

Aktuell wachsen in den Städten entlang der A 5 große Wohngebiete auf früheren Äckern und Gärten. Sie bieten Tausenden Neubürgern hohen Wohnkomfort und direkte Wege zu den Arbeitsplätzen in Frankfurt und Gießen. Die Zahl der Bewerber übertreffe die Menge an Bauplätzen deutlich, melden die Bauträger – trotz der steigenden Grundstücks- und Baupreise. Für Menschen, die weniger als 3000 Euro brutto im Monat verdienen, gibt es auch in der Wetterau kaum neuen Wohnraum. „Das ginge nur mit subventioniertem Grunderwerb oder mit der Anhebung des Wohngeldes“, sagt der Bad Nauheimer Baudezernent Jürgen Patscha. Günstiger Wohnraum werde manchmal frei, wenn Bad Nauheimer aus den Stadtteilen in ihre Neubauten ziehen.

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