Verdächtiger festgenommen

Mann schießt Gerichtsvollzieher und dessen Helfer nieder

Aktualisiert am 14.02.2020
 - 14:14
Die Polizei ermittelt: Zwei Menschen sind nahe Offenbach durch Schüsse schwer verletzt worden.
Im hessischen Obertshausen sind zwei Menschen durch Schüsse schwer verletzt worden. Ein mutmaßlicher Täter konnte von der Polizei festgenommen werden.

In Obertshausen nahe Offenbach sind zwei Menschen in einer Wohnung durch Schüsse schwer verletzt worden. Laut einem Polizeisprecher handelt es sich bei den Opfern um einen Gerichtsvollzieher und dessen Begleiter, die vom Wohnungsinhaber in einem Mehrfamilienhaus angegriffen wurden.

Der mutmaßliche 67 Jahre alte Schütze sei nach dem Angriff festgenommen worden. Dabei erlitt der Verdächtige eine leichte Kopfverletzung.. Ein weiterer Begleiter des Gerichtsvollziehers habe beim Abfeuern der Waffe ein Knalltrauma erlitten.

Die angeschossenen Männer seien zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht worden und befänden sich nicht in Lebensgefahr. Ein Polizeihubschrauber war den Angaben zufolge im Einsatz, um Übersichtsaufnahmen vom Tatort zu machen.

Immer wieder Übergriffe auf Vollstreckungsbeamte

„Man kann vorher etwas über Personen abfragen, aber eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht“, sagte der Vorsitzende des hessischen Landesverbandes des Deutschen Gerichtsvollzieherbundes, Markus Ebertz, am Freitag über die Gefahren für Gerichtsvollzieher. Die Zwangsvollstrecker werden immer wieder Opfer von Gewaltattacken. In Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis) schoss 2016 ein älterer Mann einem Gerichtsvollzieher in den Kopf. In Nordrhein-Westfalen goss im April vergangenen Jahres eine Frau einem Gerichtsvollzieher eine ätzende Flüssigkeit ins Gesicht.

2018 wurden der Bundesregierung zufolge deutschlandweit mehr als 85.000 Vollstreckungsbeamte im Dienst Opfer von versuchten oder vollendeten Straftaten, zehn Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Der überwiegende Teil sind Polizistinnen und Polizisten, aber auch Mitarbeiter des Zolls, der Feuerwehr oder von Rettungsdiensten. Auch in Hessen stieg die Zahl von 2015 bis 2018 kontinuierlich auf fast 4000 Fälle an. Zahlen für 2019 liegen noch nicht vor.

Quelle: dav./dpa
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