Pandemie in Hessen

Unnötig veraltete Daten zu Intensivbetten

EIN KOMMENTAR Von Thorsten Winter
10.11.2021
, 16:23
Rätselraten: Wie viele Corona-Kranke genau auf hessischen Intensivstationen wie jener bei Asklepios in Langen (Foto) liegen, ist dem Corona-Update des Landes nicht zu entnehmen
Das hessische Sozialministerium versorgt die interessierten Bürger täglich mit den neuesten Corona-Zahlen. Ausgerechnet im Falle eines zentralen Richtwerts ist das aber nicht so. Dabei ließe sich das leicht ändern.
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Seit Beginn der Pandemie veröffentlicht das Sozialministerium tagesaktuelle Zahlen zur Verbreitung des Coronavirus in Hessen. Tag für Tag. Das ist lobenswert. Denn es schafft notwendige Transparenz. Auf Wunsch von außen gibt das Ministerium sein Corona-Update mittlerweile schon vor Mittag und nicht wie anfangs erst am frühen Nachmittag heraus. Das ist auch zu loben. Es bedient damit den Wissensdurst in der Öffentlichkeit. Und zwar barrierefrei, wie es auf Neudeutsch heißt. Wer das für selbstverständlich hält, hat im Zweifel wenig Erfahrung mit hartleibigen Bürokraten.

Weniger zu loben allerdings ein zeitlicher Verzug in den Corona-Updates der vergangenen Wochen: Unter den „tagesaktuellen“ Zahlen finden sich zur Intensivbettenbelegung jeweils nur die Zahlen vom Vortag. Ausgerechnet. Ist doch die Zahl einer der beiden zentralen Richtwerte für die Corona-Politik des Landes.

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Nach Veröffentlichung der Corona-Updates

Die Hospitalisierungsinzidenz nennt das Ministerium hingegen tagesaktuell. So muss es logischerweise auch die neuesten Daten zur Bettenbelegung kennen. Andernfalls wäre der Wert ebenfalls veraltet. Und tatsächlich verfügt das Ministerium stets im Tagesverlauf über die entsprechenden Daten. Sie laufen aber erst nach Veröffentlichung des Updates auf seiner Internetseite ein, wie es heißt.

Das allerdings kann kein Grund sein, mit diesen Daten jeweils einen Tag im Verzug zu sein. Online-Dokumente lassen sich umgehend aktualisieren. Das ist auch im Fall des Corona-Updates geboten. Und zwar im Sinne der Transparenz. Sie bedingt außer Gründlichkeit auch Schnelligkeit im Handeln. Dass im Lichte des längst überschrittenen Schwellenwerts von 200 bei der Intensivbettenbelegung von diesem Donnerstag an neue Schutzregeln gelten, ändert daran nichts.

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Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Winter, Thorsten (thwi)
Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.
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