Heute in Rhein-Main

Corona ist auf dem Rückzug

Von Carsten Knop
05.05.2021
, 21:03
Die Polizei streitet eine Mitschuld an der „NSU 2.0.“ - Affäre ab. In Hessen entspannt sich die Pandemie-Lage. Trotzdem kann die Fashion Week nur digital stattfinden. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

Guten Abend,
wir dürfen alle miteinander hoffnungsvoller werden. Denn die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zeigen auch in Hessen deutliche Wirkung. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner mit dem Sars-Cov-2-Virus binnen einer Woche sinkt nach einem Höchststand am 26. April wieder stetig. Und es wird noch besser: Prognosen zufolge könnte das Land Ende Mai sogar unter die Inzidenz von 100 rutschen. Kein Wunder, dass diese Aussicht den Ruf nach Erleichterungen für Geimpfte und Genesene immer lauter werden lässt. Dabei passiert nun endlich etwas, das überfällig ist: Vollständig entfallen wird vom 15. Mai an die Beschränkung der täglich möglichen Besuche für die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Für Genesene und Geimpfte entfällt zudem die Testpflicht vor dem Betreten der Heime. Welch ein Segen für diejenigen, die dort untergebracht sind – und ihre Angehörigen.

Ganz am Ziel sind wir natürlich noch nicht, und das zeigt sich an der mit so vielen Hoffnungen angekündigten Frankfurt Fashion Week. Die Schau wird zwar nicht abgesagt, aber die für den 5. bis 9. Juli geplante Modewoche wird nur digital stattfinden können. Die für diese Zeit auf dem Messegelände und an verschiedenen Orten der Stadt geplanten Ausstellungen Premium, Seek, Neonyt und The Ground sowie die Laufstegpräsentationen werden auf die nächste Fashion Week, die vom 19. bis 21. Januar 2022 stattfinden soll, verschoben. Die Begründung überzeugt: Man habe Ausstellern und Geschäftspartnern das finanzielle Risiko durch ein Festhalten an den bisherigen Planungen nicht aufbürden wollen. Vor allem die anhaltenden Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr machten vielen eine Teilnahme an der Fashion Week unmöglich. Wer jüngst am Flughafen war, weiß, was gemeint ist.

Auch wenn das alles im Ablauf kaum zu fassen ist, legt sich die Polizei im Fall der Drohschreiben-Affäre „NSU 2.0“ immer weiter auf die Hypothese fest, wonach sich der mutmaßliche Verfasser die Daten seiner Opfer ohne Zutun der Polizei erschlichen hat. Der Leiter der „AG 211“ im hessischen Landeskriminalamt, Hanspeter Mener, schließt eine Beteiligung hessischer Polizisten nahezu aus – auch deshalb, weil er „ein tiefes Vertrauen in seine Kollegen“ habe. Das mag sein, vielleicht ist dieses Vertrauen auch gerechtfertigt. Und doch wäre es gut, wenn die Ermittler schnell Antworten auf die vielen weiteren offenen Fragen fänden, die Julian Staib und Katharina Iskandar zusammengetragen haben.

Hauptwache – Der F.A.Z. Newsletter für Rhein-Main

Werktags um 21.00 Uhr

ANMELDEN

In der Covid-19-Pandemie haben digitale Events, Videokonferenzen und Homeoffice einen Boom erlebt. Zahlreiche Unternehmen haben die Corona-Krise zudem genutzt und ihre Prozesse oder Geschäftsmodelle digitalisiert. Doch was bleibt von der Digitalisierung nach Corona? Was steht der Digitalisierung noch im Weg? Und kommt der Digitalisierungsschub in Deutschland noch rechtzeitig, oder haben wir den Anschluss an andere Volkswirtschaften bereits verloren? Antworten auf diese und weitere Fragen beantwortet die erste Ausgabe von #godigital, einer kompakten Online-Veranstaltungsreihe der Rhein-Main-Zeitung, des Fraunhofer IMW und der Plattform für Innovation in Deutschland. Interesse? Hier können Sie sich für die Veranstaltung am 19. Mai, 16 bis 17.30 Uhr, anmelden.

Und außerdem haben etwa hundert Demonstranten vor dem Polizeipräsidium gegen den Einsatz der Beamten am 1. Mai protestiert, sie werfen den Polizisten vor, unverhältnismäßige Gewalt eingesetzt zu haben +++ hofft die Polizei auf Mithilfe bei der Aufklärung der Identität einer Frau, die in Preungesheim stürzte und später im Krankenhaus starb. Sie hatte keine Ausweispapiere dabei, die Polizei schließt derzeit ein Verbrechen aus +++ hat der CDU-Politiker Michael Weber im für die Innenstadt und das Bahnhofsviertel zuständigen Ortsbeirat das Amt des Ortsvorstehers übernommen.

Viele Grüße aus der Redaktion,

Ihr Carsten Knop

Das Wetter für Donnerstag

Morgens scheint noch kurz die Sonne, dann zieht ein Regengebiet durch. Höchstwerte um 12 Grad. Nachts regnerisch bei 5 Grad.

Geburtstag haben am Donnerstag, 6. Mai

Franz Mon, Frankfurter Schriftsteller, Künstler und Literaturtheoretiker (95); Kirsten Uttendorf, Operndirektorin am Staatstheater Darmstadt (52).

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Knop, Carsten
Carsten Knop
Herausgeber.
Twitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot