Heute in Rhein-Main

Den Reisepass raussuchen

Von Marie Lisa Kehler
13.06.2021
, 21:03
Die Frankfurter FDP hat sich für ein Vier-Parteien-Bündnis entschieden. Die Stimmung in hessischen Kitas hingegen schlecht. Die Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

Guten Abend,
so ein Besuch im Fußballstadion ist immer mit Emotionen verbunden. Auf dem Platz wird gekämpft, auf den Rängen mitgefiebert. Zwar wurde am Sonntag im Waldstadion kein Fußball gespielt. Die Emotionen kochten trotzdem hoch. Die Frankfurter FDP hat nach intensiven Diskussionen bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in der Arena dem Vier-Parteien-Bündnis mit Grünen, SPD und Volt nun doch zugestimmt. 157 der 206 anwesenden Mitglieder entschieden sich für den Koalitionsvertrag. Außerdem gab es 45 Gegenstimmen, zwei Enthaltungen und zwei ungültige Stimmen.

F.A.Z.-Herausgeber Carsten Knop blickt in seinem Kommentar noch einmal auf all das zurück, was sich in den vergangenen Wochen abgespielt hat. Er schreibt: „Den Jungen Liberalen und engagierten Parteimitgliedern ist es zu verdanken, dass sich in den vergangenen Wochen viel mehr Menschen als sonst mit den Inhalten dieses Vertrags beschäftigt haben, dass über viele Themen lebhaft diskutiert wurde, dass er zum meistgelesenen Koalitionsvertrag der vergangenen Jahrzehnte geworden sein dürfte. Das ist eine großartige Leistung – und allen, die zwischendurch geklagt haben, hier würden Kampagnen gefahren, werde Fortschritt verhindert, würden unnötige Risiken eingegangen, sei gesagt: Es nennt sich Demokratie.“

Unsere Autoren Mechthild Harting und Ralf Euler waren im Stadion dabei und haben Stimmung und Stimmen eingefangen.

Stimmung ist ein gutes Stichwort. Die ist nämlich in manchen Kitas in Frankfurt schlecht. Zumindest, wenn es um die Personalfrage geht. Geeignete Mitarbeiter sind nämlich oft schwer zu finden. So schwer, dass jetzt sogar eine Kita schließen muss. Leiterin Julia Zabudkin findet kein Personal, das ihren Vorstellungen entspricht. Mit dem Problem ist sie nicht allein. Auch andere Träger, etwa die Arbeiterwohlfahrt und der Träger BVZ, berichten, dass es immer schwerer wird, gute Bewerber für freie Stellen zu finden. Manche Einrichtungen würden lieber in Unterbesetzung arbeiten, als neue, womöglich nicht geeignete Leute zu beschäftigen. Gutes Personal werde in einer Stadt wie Frankfurt oft regelrecht umworben. Mal mit einem Ticket für den ÖPNV, mal mit der Aussicht auf ein Coaching. Nicht jede Kita kann sich diesen Wettkampf um gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter leisten. Kita-Geschäftsführerin Julia Zabudkin, die fünf deutsch-russische Kindergärten in der Stadt verantwortet, wird deshalb eine schließen müssen – obwohl die Warteliste von Interessenten, die ihre Kinder in die Einrichtung schicken wollen, lang ist. Aber ohne geeignetes Personal sei es nun einmal nicht möglich, das Konzept, nach dem die Kita arbeite, aufrecht zu halten. Sie berichtet von Bewerbungsgesprächen, in den Berufsanfänger unrealistische Einstiegsgehälter forderten und von Bewerbern, die sich nicht mit dem Beruf identifizierten. Unsere Autorin Florentine Fritzen hat sich das Thema einmal genauer angeschaut.

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Haben Sie eigentlich schon Urlaubspläne? Schön für Sie. Haben Sie denn auch einen gültigen Reisepass oder Personalausweis? Schauen Sie lieber noch einmal nach. Falls nicht, könnte es nämlich ein Weilchen dauern, bis Sie einen Termin beim Frankfurter Bürgeramt bekommen. Denn seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat sich einiges geändert. Termine werden nur noch acht Tage im Voraus vergeben. Einen zu ergattern, ist nicht immer einfach. Etwa zehn Prozent weniger Termine werden im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit angeboten. Warum das so ist, schreibt F.A.Z.-Redakteurin Petra Kirchhoff. Sie hat außerdem erfahren, dass etwa zehn Prozent derer, die einen Termin blocken konnten, diesen nicht wahrnehmen. Eine Aufhebung der Terminpflicht ist – trotz sinkender Corona-Neuninfektionen und allerlei Lockerungen - bislang nicht geplant. Wir verraten Ihnen, wie Sie die Chance erhöhen können, Ihr Anliegen im Amt zu klären. Kleiner Tipp: Wer nachts den Rechner anschmeißt, hat gute Karten.

Und außerdem haben unsere Redakteure die beste Pizzeria der Stadt Frankfurt gekürt, in welcher Pizzeria gegessen wurde, haben die Leser bestimmt; hat die hessische CDU den Wahlkampf eröffnet und den Kanzleramtsminister Helge Braun als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl nominiert; konnten nur 175 Besucher dabei sein, als die Oper Frankfurt mit „Ariadne auf Naxos“ spielte. Das sorgt für Ärger – und Verwirrung. Denn geplant war es anders.

Bleiben Sie gesund,

Marie Lisa Kehler

Das Wetter für Montag

Überwiegend sonnig bei Temperaturen bis zu 27 Grad.

Geburtstag haben am

Montag, 14. Juni

Stephan Koziol, Geschäftsführer des Design- und Haushaltswarenherstellers Koziol, Erbach (69); Gerd Kath, Geschäftsführer des Ketteler-Krankenhauses, Offenbach (64); Klara Kletzka, Geschäftsführende Gesellschafterin und Mitbegründerin des Dialogmuseums, Frankfurt (64); Joachim Arnold, Vorstandsvorsitzender der Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG, Friedberg (62); Stefan Hofmann, Vereins- und Vorstandsvorsitzender des 1. FSV Mainz 05 (58); Boris Kottmann, in Hofheim lebender Musikpädagoge, Violinist und Orchesterleiter (57); Müjdat Albak, Geschäftsführender Vorstand des Internationalen Theaters, Frankfurt (54); Moritz Kölling, Vorsitzender der Frankfurter Gruppe des Bundes Deutscher Architekten (51); Sebastian Gleim, von 2019 bis Mai 2021 Basketballtrainer der Fraport Skyliners, Frankfurt (37).

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Kehler, Marie-Lisa
Marie Lisa Kehler
Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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