FAZ plus ArtikelLockerungen in der Gastronomie

„Wichtiger als das Datum ist der Plan“

Von Jacqueline Vogt
02.03.2021
, 08:37
Vor der Bund-Länder-Konferenz bekräftigt die Gastronomie in Hessen ihre Forderung nach einem Ausstieg aus dem Lockdown. An Öffnungen im April glaubt aber kaum jemand.

„Der Kessel droht zu bersten, so hoch ist der Druck.“ So beschreibt der Geschäftsführer des Landesverbands Hessen im Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Julius Wagner, die Stimmung in der Branche, für die er spricht. Vor der Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch, bei der die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten, haben am Montag Interessenvertreter des Gastgewerbes und der Hotellerie in Hessen Forderungen nach einem Beendigung des Lockdowns und der Betriebsbeschränkungen erneuert.

„Es geht einfach nicht mehr“, sagt Wagner, „die Moral ist am Boden.“ Wenn die Betreiber von Restaurants, Cafés und Hotels nicht bald sähen, wann sie wieder arbeiten und mit Einnahmen rechnen könnten, werde die Pleitewelle, die sich schon lange auftürme, mit ungebremster Wucht aufs Ufer treffen. Die Überbrückungshilfen reichten nicht aus, bei Tausenden Betrieben seien beantragte Hilfen nicht eingegangen. „Viele haben jetzt schlicht und einfach kein Geld mehr.“ Von mangelnder Liquidität seien einzelne und kleine Betriebe betroffen, aber auch Ketten, die wegen ihrer Verbundsstruktur noch keine Hilfen erhalten hätten. Auf die Probleme auch der Systemgastronomen weist die im vergangenen Jahr gegründete Initiative „Gastgeberkreis“ hin. In ihr sind neben anderen die Vorstände und Gründer etlicher Ketten versammelt, aus Frankfurt ist zum Beispiel das auf Imbisse an Bahnhöfen und Flughäfen spezialisierte Unternehmen Casualfood dabei.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Vogt, Jacqueline (jv.)
Jacqueline Vogt
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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