FAZ plus ArtikelHunde bei Kriminalfällen

Die Nase weist den Weg

Von Anna-Sophia Lang
18.04.2021
, 19:05
Mantrailer sind unter Spürhunden die Elite. Die Tiere von Harmke Horst lesen auch alte Spuren. Ermittler vertrauen den Helfern.

Als Harmke Horst im Juni 2020 am Frankfurter Landgericht im Zeugenstuhl Platz nimmt, weiß sie schon, dass sie jetzt viele Fragen beantworten muss. Sie ahnt, dass wohl vor allem der Verteidiger es ihr schwermachen wird. Dass er anzweifeln wird, was sie erzählt. Misstrauisch sein wird, ob diese Sache mit den Hunden wirklich verlässlich sein kann. Horst kennt das aus Erfahrung. Sie macht sich keine Sorgen. Sie hat so ein kleines Lächeln im Gesicht, eines, das sagt: Ich weiß, wovon ich rede.

Es ist der zweite Tag im Prozess um den Mord an einer jungen Frau auf einem Reiterhof nahe Hofheim. Der Angeklagte, der viele Jahre ältere ehemalige Freund, sitzt schweigend ein paar Meter entfernt von der Zeugin Horst, die Hände auf dem Tisch zusammengefaltet. Unter der Maske ist sein Gesicht kaum zu erkennen. Obwohl er in den nächsten Monaten mit allen erdenklichen Mitteln versuchen wird, den Verdacht von sich weg zu lenken, wird er im Oktober 2020 zu lebenslang verurteilt werden. Und Horst und ihre Hunde werden daran einen Anteil haben.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Lang, Anna-Sophia
Anna-Sophia Lang
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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