FAZ plus ArtikelWohnungsbau ohne Anspruch

Die weiße Immobilienhölle

EIN KOMMENTAR Von Rainer Schulze
17.09.2021
, 07:50
Eine Neubausiedlung im Frankfurter Stadtteil Nieder-Erlenbach.
Die Immobilienpreise im Rhein-Main-Gebiet erreichen ein unerschwingliches Niveau. Dabei sehen viele der Neubauten aus, als kämen sie aus dem Katalog. Die Architektur sollte aber Mindestanforderungen entsprechen.
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Neulich präsentierte ein Makler einen Überblick über das aktuelle Angebot auf dem Wohnungsmarkt im Rhein-Main-Gebiet. Interessant war der Vortrag aus zwei Gründen. Erstens: Die Kaufpreise sind auch im Umland von Frankfurt inzwischen auf einem Niveau angelangt, das für Normalverdiener kaum noch erschwinglich ist. Zweitens: Die Häuser, die man zu diesem Preis bekommt, wirken nicht so, als wären sie das Geld auch wert.

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Es handelt sich um Architektur von der Stange. Die Neubauprojekte sind Massenware aus dem Einfamilienhaus-Katalog, sie wirken austauschbar. Es ist, mit Verlaub, eine weiße Hölle. Zum Beispiel ein Projekt in Hünfelden: weiße Fassaden mit gelben Farbfeldern, kubische Formen, Flachdächer. 17 dieser traurigen Doppel- und Dreifachhäuser stehen wie zufällig angeordnet nebeneinander. Oder das Projekt „Emil“ am Ortsrand von Rödermark-Urberach. 780.000 Euro für ein denkbar schlicht gestaltetes, weiß-graues Reihenhaus mit kleinem Garten, der Stellplatz kostet noch einmal 20.000 Euro mehr.

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Quelle: F.A.Z.
Rainer Schulze - Portraitaufnahme für das Blaue Buch
Rainer Schulze
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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