In anderen Sphären unterwegs
Alles so schön bunt hier auf Mutter Erde. Der geht es zwar nicht besonders gut, weil sie ausgebeutet, verschmutzt und zugemüllt wird, doch dagegen lässt sich mit vereinten Kräften noch etwas tun. Kein Grund also, „nach Hause telefonieren“ und in ferne Galaxien namens Kubic, Calypso oder Coloratura abhauen zu wollen? Diese fiktiven Sonnensysteme hat die britische Band Coldplay auf ihrem jüngsten Werk, dem Konzeptalbum „Music of the Spheres“, imaginiert und wie intergalaktischer Austausch, Nachhaltigkeit, „E.T.“ und knallbunter Eskapismus unter einen Raumfahrerhelm zu bringen wären, weiß am ehesten das Kreativteam, das den Programmablauf der aktuellen Europatour von Coldplay ersonnen hat, die am Samstagabend im ausverkauften Deutsche Bank Park in Frankfurt gestartet ist, wo die Band bis Dienstag gleich drei Konzerte gibt.
Dort wird das freudig erregte Publikum erst per Clips auf der riesigen, runden Videoleinwand informiert, welche Naturschutzprojekte mit einem Teil des Eintrittspreises Unterstützung erfahren, wie ressourcenschonend die gigantische Tour organisiert ist und welchen Beitrag die Besucher selbst zur Energiegewinnung leisten, wenn sie auf dem kinetischen Stadionboden tanzen und hüpfen. Als dann die John Williams-Komposition „Flying Theme“ aus dem Film „E.T.“ erklingt und die Band wenig später über einen weit in die Stadionmitte ragenden Laufsteg die Bühne erklimmt, Frontmann Chris Martin noch kurz auf die Knie fällt, um den Beistand einer höheren Macht zu bitten, ist es mit dem Nachhaltigkeitsgedanken dann schon so eine Sache, werden doch gleich beim Auftaktsong „Higher Power“ die Konfetti-Kanonen abgeschossen.
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