FAZ plus ArtikelEin Jahr nach Neess’ Tod

„Wie auf einem anderen Planeten“

Von Peter Lückemeier
16.02.2021
, 20:19
Immer von Kunst umgeben: Danielle Neess sitzt in ihrer Wiesbadener Wohnung, über ihr hängt die „Rheintöchter“ von Wilhelm Kray.
Vor einem Jahr starb Ferdinand Wolfgang Neess, der dem Land Hessen seine kostbare Jugendstil-Sammlung schenkte. An seinem Todestag gedachte seine Witwe ihres Mannes im Museum Wiesbaden, ganz allein.
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Ohne ein paar Tränen geht es noch nicht ab, wenn Danielle Neess auf ihren verstorbenen Mann Ferdinand Neess zu sprechen kommt. Vor einem Jahr ist er in Wiesbaden friedlich in seinem Bett eingeschlafen, seine letzten Worte richteten sich an seine Frau: „Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich liebe?“ An seinem Todestag, dem 26. Januar, war die aus Straßburg stammende Danielle Neess ihrem Mann ganz nah, im Museum Wiesbaden. Ohne Begleitung, noch nicht einmal in Anwesenheit des vertrauten und geschätzten Kustos Peter Forster, war sie umgeben von jenen mehr als 500 Exponaten, die ihr Mann in einem langen Sammlerleben zusammengetragen und dem Museum geschenkt hatte.

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Zwei Stunden bewegte sich Danielle Neess zwischen den Möbeln, Gemälden, Lampen, Leuchtern, der Glaskunst, den Vasen, mit denen auch sie viele Jahre in dem weißen Haus an der Wiesbadener Bingertstraße zusammenlebte. Diese Villa, 1901 nach Plänen von Josef Beitscher erbaut und von Neess und seiner Frau nach 1986 liebevoll restauriert, war schon als Bauwerk an sich eine Huldigung an den Jugendstil. Sogar im Schlafzimmer fanden sich die Schätze, die Neess zunächst in den sechziger Jahren auf französischen Flohmärkten, später bei Auktionen in aller Welt gesammelt hatte.

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Quelle: F.A.S.
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