FAZ plus ArtikelFrankfurter Dialogmuseum

Eine Frage der Wahrnehmung

Von Katharina Thümler
21.06.2022
, 18:58
Im Dialogmuseum kehrt sich die Welt für Yasmina El-Mimouni und die Teilnehmer ihrer Führungen um.
Was blinde und sehbehinderte Menschen leisten, zeigen sie im Frankfurter Dialogmuseum. Im Alltag haben sie allerdings mit widrigen Umständen zu kämpfen – mit quer im Weg stehenden E-Rollern oder Vorurteilen beispielsweise.
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Im grellen Kunstlicht der weitläufigen B-Ebene unter der Hauptwache liegt das Dialogmuseum. Fast versteckt zwischen Friseursalons und Fahrkartenautomaten, macht das Eingangsportal mit seinen hellen Fliesen einen sauberen, beinahe klinischen Eindruck. Im Dialogmuseum werden Sehende für eine Stunde blind. In den abgedunkelten Räumen müssen sich die Besucher auf ihre anderen Sinne verlassen. Yasmina El-Mimouni arbeitet seit acht Monaten hier und führt die Gäste durch die Dunkelheit. Die sehbehinderte Neunundzwanzigjährige ist einer von 19 Mitarbeitern im Museum.

Die Bürokauffrau hat eine Zapfen-Stäbchen-Dystrophie, was bedeutet, dass sie langsam ihre Sehkraft verliert. Es ist eine angeborene Erkrankung, gegen die es bislang kein Medikament gibt. Ihre Sehkraft hat sich bereits von 40 auf vier Prozent reduziert. Mit den Führungen dreht sich die Welt für sie um. Auf einmal hilft sie Sehenden, den Weg zu finden. Im Alltag dagegen werden blinde oder sehbehinderte Menschen häufig unterschätzt.

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