FAZ plus ArtikelDallapiccolas Oper „Ulisse“

Homorhythmische und andere Klänge

Von Guido Holze
26.06.2022
, 15:19
Team Ulisse: Tatjana Gürbaca und Francesco Lanzillotta
Der Avantgardist Dallapiccola nutze den Odysseus-Mythos, um etwas über alle Menschen zu erzählen, meinen Opern-Regisseurin Tatjana Gürbaca und Dirigent Francesco Lanzillotta. An diesem Sonntag in Premiere.
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Luigi Dallapiccola nutze in seiner Oper „Ulisse“ den mythologischen Odysseus-Stoff, „um von einem in die Welt geworfenen Menschen zu erzählen, der vom Niemand zum Jemand wird“. So umreißt die Regisseurin Tatjana Gürbaca den Kerngehalt der 1968 in Berlin uraufgeführten Oper des italienischen Avantgardisten, die sie nun als Hausdebüt an der Oper Frankfurt inszeniert hat. Die Premiere am Sonntag ist zugleich die Frankfurter Erstaufführung. Im Unterschied zu Homers „Odyssee“ stelle Dallapiccola in seiner letzten Oper, an der er viele Jahre arbeitete und für die er selbst das Libretto unter Verwendung zahlreicher Quellen von Goethe bis Joyce verfasste, den Titelhelden nicht als den Listigen dar, sondern eher wie Dante als „Suchenden, Zweifelnden, Rastlosen“.

Gegliedert in einen Prolog und zwei Akte mit 13 Episoden, werden die Geschehnisse zunächst aus der Retro­spektive erzählt: Auf der letzten Station seiner Irrfahrt im Reich der Phäaken lässt Ulisse etwa seine Liaison mit der Zauberin Kirke Revue passieren oder seinen Abstieg in den Hades samt der Begegnung mit seiner verstorbenen Mutter. Der zweite Akt zeigt Ulisse gegenwärtig in seiner Heimat Ithaka, wo er zunächst nicht erkannt wird und die Freier tötet, die seine Frau Penelope umringen. Das Ende der Oper zeigt ihn allein wieder auf seinem Boot, wo ihm vor seinem Tod die positive Sinn-Erkenntnis kommt.

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Guido Holze - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Guido Holze
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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