FAZ plus ArtikelJunge Deutsche Philharmonie

Grenzen sprengen

Von Doris Kösterke
05.07.2020
, 18:01
Wie das Orchester, so die Chefin: Carola Reul ist Geschäftsführerin der Jungen Deutschen Philharmonie in Frankfurt. Für sie war das Jahr herausfordernd, aber auch erfüllend.

Frau Reul, Sie sind seit Mai 2019 Geschäftsführerin der Jungen Deutschen Philharmonie in Frankfurt. Vor diesem Gespräch habe ich Sie als erfrischend pragmatischen Menschen kennengelernt und kann mir gut vorstellen, warum die basisdemokratisch organisierten jungen Musiker Sie einstimmig gewählt haben. Was fanden Sie anziehend an der Jungen Deutschen Philharmonie?

Sie ist ein unkonventionelles Orchester. Ich finde es faszinierend, dass Studierende die Lust und das Bedürfnis haben, sich in einem von ihnen selbst verwalteten Orchester auszuprobieren. Sie übernehmen Verantwortung, suchen nach Neuem, wollen Grenzen sprengen, ihre Persönlichkeit bilden, lernen. Der Umgang mit jungen Menschen war ja der Anfang meiner beruflichen Ausbildung. Da schloss sich ein Kreis.

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Zum Ensemble

Die Junge Deutsche Philharmonie wurde 1974 von ehemaligen Mitgliedern des Bundesjugendorchesters gegründet. Sie besteht aus Studierenden deutschsprachiger Musikhochschulen im Alter zwischen 18 und 28 Jahren. Seit 2014 ist Jonathan Nott Dirigent des Ensembles, das jährlich zu mehreren Arbeitsphasen und Tourneen zusammenkommt. Die Verwaltung des als Verein organisierten Orchesters hat ihren Sitz an der Frankfurter Schwedlerstraße, zusammen mit dem aus ihm hervorgegangenen Ensemble Modern. Seit vielen Jahren bestreitet die Junge Deutsche Philharmonie das 1822-Neujahrskonzert in der Alten Oper. In diesem Jahr erhielt das Orchester den mit 50 000 Euro dotierten Binding-Kulturpreis. (balk.) Zur Person Carola Reul studierte an der Hochschule für Musik in Würzburg und machte einen Abschluss als Kulturmanagerin an der City University in London. Nach einem Praktikum beim BBC Symphony Orchestra trat sie in die Künstlerabteilung der Londoner Agentur Harrison Parrott ein und war anschließend in der Orchesterabteilung für Logistik und Management internationaler Orchestertourneen zuständig. 2007 wechselte sie zur Konzertdirektion Schmid, im Mai 2019 wurde sie zur Geschäftsführerin der Jungen Deutschen Philharmonie in Frankfurt gewählt. (balk.)

Quelle: F.A.S.
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