FAZ plus ArtikelNon-Fungible Token

„In erster Linie geht es ums Geld“

Von Christoph Schütte
16.01.2022
, 20:05
Zwischen Tafelbild und Videoclip: Hier ein Filmstill der Arbeit „mech-xyz-noise“ von Msoriaro
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Sind Programmierer Künstler? Braucht es Galerien? Und wer entscheidet, was Kunst ist? Kryptokunst versetzt den Kunstmarkt in Aufregung und wirft Fragen auf.
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Ein Gespenst geht um auf dem Kunstmarkt – das Gespenst der „Non-Fungible Token“ (NFT). Und es hängt ein großes Preisschild dran. Knapp 70 Millionen Dollar erzielte „Eve­rydays: The first 5000 Days“ von Mark Winkelmann, der sich als Künstler Beeple nennt, vor Jahresfrist bei einer Versteigerung des New Yorker Auktionshauses Christie’s. Eine Datei, eine schlichte digitale Collage im Grunde aus Tausenden von am Rechner entstandenen Zeichnungen und Cartoons, wie sie Beeple seit 2007 täglich auf der Plattform Tumblr postete. Das ist dann auch schon alles. Kunst mag man das bei näherer Betrachtung eigentlich nicht nennen.

Und es ist doch zahlreichen Akteuren, die sich in New York, Berlin und auch in Frankfurt auf dem Kunstmarkt tummeln, mal Versprechen, mal eher Menetekel. Eine „Wette auf eine Utopie“, wie der Autor, Kurator der Bonner Kunsthalle und frühere Feuilleton-Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Kolja Reichert, den Hype im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur bezeichnet hat. Auf eine Zukunft, in der es keine Banken brauche – der Handel findet online statt und wird in Kryptowährung abgewickelt –, keine „Gatekeeper“ aber auch, wie es gern neudeutsch heißt, die den Zugang zum Marktgeschehen regeln, womöglich nicht einmal mehr Galerien. Indes, fragt man Künstler Sammler, Galeristen, bekommt man eher nachdenkliche Antworten.

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Christoph Schütte - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Christoph Schütte
Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.
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