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Festival „Love Family Park“

Keine Liebe für die Techno-Familie

EIN KOMMENTAR Von Christian Riethmüller
Aktualisiert am 21.02.2020
 - 16:32
In Rüsselsheim häufen sich sich die Sorgen um die Mainwiesen. Wird das Festival „Love Family Park“ dieses Jahr hier stattfinden?
Um das Mainvorland in Rüsselsheim als Standort für das Festival „Love Family Park“ wird gestritten. Doch der Schutzgedanke wirkt nur vorgeschoben und dem Zeitgeist verpflichtet.

Wenn Fußballmannschaften zu einem von vornherein aussichtslosen Auswärtsspiel reisen, retten sie sich in den Witz, dem Gegner wenigstens den Rasen zertrampeln zu wollen, wenn schon keine Punkte zu holen seien. Den Veranstaltern des Techno-Festivals „Love Family Park“ bliebe aber nicht einmal die Flucht in den Humor, sollte ihnen die Genehmigung für die Musikveranstaltung auf dem Mainvorland in Rüsselsheim nicht erteilt werden. Die vom Hessentag und anderen Festivitäten sowie zwei Dürresommern arg strapazierten Flächen auf den Mainauen hatten sie nämlich selbst nach dem letzten Festival professionell nachsäen lassen.

Auch sonst ließen sich die Veranstalter nichts zuschulden kommen. Sie erhielten sogar ausdrückliches Lob von vielen Seiten für ihre vorbildliche Organisation eines Festivals, das sich bei seinen beiden bisherigen Rüsselsheimer Ausgaben offenkundig auch dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtet fühlte und die Besucher anhielt, so umweltbewusst wie möglich zu feiern. Diskussionen um den Naturschutz sind für die Veranstalter zudem nicht neu, hatten sie doch schon vor sieben Jahren für den Wegzug des Festivals aus Hanau gesorgt.

Auch dort wurde der Schutz der Mainauen als bedeutsamer als ein Festival erachtet, was berechtigt ist, so sich die Pflanzenwelt in den nunmehr geschützten Arealen typisch und ungestört entwickeln darf. Das darf aber nicht durch andere Veranstaltungen ad absurdum geführt werden, gegen die sowohl das Regierungspräsidium Darmstadt als Obere Naturschutzbehörde wie auch Umweltschutzverbände bisher noch nicht interveniert haben.

So wirkt der Schutzgedanke eher vorgeschoben und dem Zeitgeist verpflichtet als tatsächlich konsequent. Dafür aber gefährden die Diskussionen ein etabliertes Festival, das nicht nur für die Stadt Rüsselsheim, sondern für die ganze Rhein-Main-Region bedeutsam ist. Denn die Region sieht sich ja bisweilen immer noch als Hochburg der deutschen Techno-Szene, selbst wenn hiesige Weltstars wie Sven Väth hier doch eher nur noch das Flugzeug wechseln, statt auf den Wiesen am Main zu wandeln, die ihnen möglicherweise schon bald auch keine Spielstätte mehr sind.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Riethmüller Christian
Christian Riethmüller
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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