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Slash in Offenbach

Gipfeltreffen der Metal-Elite

Von Michael Köhler
 - 17:26
Der Look ist unverändert, die Töne begeistern: Slash in Offenbach

Da bleiben keinerlei Wünsche offen: Zum Start ihrer Deutschland-Tour offeriert die Hartmetaller-Traumpaarung Slash Featuring Myles Kennedy And The Conspirators in der ausverkauften Offenbacher Stadthalle ein Zwei-Stunden-plus-Programm der Superlative. Gitarren-Ikone Slash, seit Dezember 2015 parallel auch mit seiner Ur-Bandzelle Guns N’Roses wiedervereint, brilliert virtuos vor einer gewohnt monströsen Marshall-Verstärkerwand. Der Mann, der seit Jahrzehnten gleich aussieht, mit hautengen Lederhosen, Turnschuhen, T-Shirt und vor allem seiner schwarzen Lockenpracht unter dem Hut, zündet opulente, luxuriöse Soli und wechselt dafür nach jedem Song das Gitarrenmodell der Marke Gibson Les Paul. In der Ahnenreihe der einflussreichen Rock-Gitarristen aller Zeiten gilt der 53 Jahre alte Amerikaner, dessen weitere Karriere sich nach der Trennung von Guns N’Roses mit den Bandprojekten Slash’s Snakepit und Velvet Revolver fortsetzte, ohnehin längst als herausragender Virtuose seiner Generation.

Warum 2008 ehemalige Mitglieder der britischen Kultformation Led Zeppelin unbedingt Vokalist Myles Kennedy als Frontmann für eine zwar anvisierte, letztendlich aber nie zustande gekommene Reunion auserkoren hatten, demonstriert der schlank-schlaksige 49 Jahre alte Frontmann schon im rasant verrockten Auftakt „The Call Of The Wild“: Mit traumhaft sicherer Stimme singt sich Kennedy, der sowohl als Sänger der erfolgreichen amerikanischen Supergroup Alter Bridge fungiert als auch solistisch tätig ist, durch rund zwei Dutzend handverlesene Songs. Ein patenter Best-of-Mix aus den drei Conspirators-Studioalben mit einem Schwerpunkt auf der aktuellen CD „Living The Dream“, weiteren Slash-Solowerken sowie mit „Nightrain“ immerhin auch mit einer Coverversion von Guns N’Roses.

Da stimmt einfach alles: In ausgezeichneter Klangbalance ist das mit Schlagzeuger Brent Fitz, Bassist Todd Kerns sowie Gitarrist Frank Sidoris optimal ergänzte Quintett die ideale Besetzung für eine zeitlose Überblendung aus Hardrock und Heavy Metal. Im permanent bis auf wenige Ausnahmen mit Vollgas absolvierten Repertoire finden sich zudem zwei von Todd Kerns gesungene Songs, darunter mit „Doctor Alibi“ auch eine Hommage an den 2015 verstorbenen Motörhead-Chef Lemmy Kilmister, der den Slash-Song einst im Original sang. Schon das Vorprogramm mit Phil Campbell & The Bastard Sons, der neuen Formation des ehemaligen Motörhead-Gitarristen samt Söhnen, erinnerte mit der Coverversion von Hawkwinds „Silver Machine“ sowie dem Motörhead-Klassiker „Ace Of Spades“ an Kilmister.

Mit weiteren Krachern wie „Wicked Stone“, „Sugar Cane“, „Back From Cali“ und „Standing In The Sun“ bleibt die vom ersten Ton an immens hoch gelegte Messlatte stets auf Niveau. Als Ruhepol dient die von Kennedys phänomenalem Gesangstalent auf Hochglanz polierte Mid-Tempo-Ballade „Starlight“. Bis zum Finale mit den abermals auf Turbo geschalteten Zugaben „Avalon“ und „Anastasia“ kann das Ensemble seinen hohen Standard halten. Gemessen an den reichlich unterschiedlich geratenen Auftritte von Guns N’Roses im vergangenen Jahr empfehlen sich The Conspirators als bessere Wahl.

Quelle: F.A.Z.
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