FAZ plus ArtikelTanzfilm der Zukunft

Das Auge tanzt mit

Von Eva-Maria Magel
27.03.2021
, 14:09
Die Choreographen Verena Billinger und Sebastian Schulz haben aus der Corona-Krise ein Filmprojekt entwickelt: „Tanzabend/N.N.“ heißt es. Nun wird es digital uraufgeführt.

Wie viele Ideen muss man entwickeln und verwerfen, bis die eine kommt, die bleibt? Im Grunde, sagt Verena Billinger, habe man es als freischaffende Künstler nie ganz in der Hand, wann, wo, wie sich ein Projekt verwirklichen lasse. Seit guten zehn Jahren sind sie und Sebastian Schulz als Choreographenduo Billinger und Schulz erfolgreich, seit „Romantic Afternoon“ aus dem Jahr 2011 sind sie international auf Tour und setzen sich immer wieder neu mit Körperbildern auseinander, mit dem eigenen, dem fremden, dem medial vermittelten Blick auf Körper, Verhaltensmuster, Bewegung, Norm und Abweichung. Nun haben sie selbst, nach vielen Verschiebungen, ein Projekt verwirklicht, das sie so ohne Pandemie womöglich nie angepackt hätten.

Eigentlich hatten Billinger und Schulz ihr großes Stück „Zeit/Temps“ (2019) im Dezember wiederaufnehmen wollen. „Davon ist nur eine Ruine geblieben“, sagt Billinger. Denn auch das, was im Februar, im Corona-Bau des Mousonturms und daher ohnehin komplett neu konzipiert, hätte stattfinden sollen, erwies sich ein weiteres Mal als nicht machbar. Allerdings gab es eine Idee, die schon recht früh da war in all den Einfällen, die verworfen, den Plänen, die von der Pandemie und den kulturpolitischen Entscheidungen umgestoßen worden sind. „Videotanz“ hatten Billinger und Schulz das genannt. In der Zeit der Abgeschlossenheit hatten sie ein choreographisches Projekt begonnen, das auf Distanz mit den Tänzern und deren Smartphones arbeitete.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Magel, Eva-Maria
Eva-Maria Magel
Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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