„Wir sind da“

Menschenkette für die Kultur

Von Christian Riethmüller
30.11.2020
, 15:52
Weit mehr als hundert Vertreter von Theatern, Museen und Kulturinstitutionen haben in der Frankfurter Innenstadt gezeigt: „Wir sind da.“ Sie werben um Spenden für den Notfallfonds für Kulturschaffende.

Mit einer Menschenkette in der Frankfurter Innenstadt haben am Montagmittag weit mehr als hundert Vertreter von Frankfurter Theatern, Museen und Kulturinstitutionen gezeigt, dass sie trotz der derzeitigen Schließung ihrer Häuser präsent sind. Unter dem Motto „Wir sind da“ reihten sie sich in gebotenem Abstand vom Willy-Brandt-Platz durch die Wallanlagen bis zur Neuen Mainzer Straße auf. Mit Durchsagen und auf Bannern wiesen sie auf die Bedeutung von Kultur „für den sozialen Zusammenhalt und die gesellschaftliche Orientierung“ hin und warben zudem ausdrücklich um Spenden für den vom Kulturdezernat der Stadt Frankfurt aufgelegten Notfallfonds für Kulturschaffende.

„Wir wollen Solidarität mit den freien Kulturschaffenden und Solo-Selbstständigen zeigen“, sagte Anselm Weber, Intendant des Schauspiels Frankfurt, der mit der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein zu den Initiatoren des bundesweiten Aktionstags gehörte, an dem sich auch Theater und Institutionen in anderen Städten der Rhein-Main-Region beteiligten. „Außerdem möchten wir mit der Aktion den Kontakt mit unserem Publikum halten, das wir vermissen und das uns vermisst. Wir sind nämlich da und proben weiter, in der Hoffnung, bald wieder spielen zu können“, gab Weber sich zuversichtlich.

„Kultur ist sichtbar“

In seiner Hoffnung vereint sah er sich mit Vertretern von Institutionen wie der Alten Oper, dem English Theatre, dem Ensemble Modern, dem Freien Schauspiel, der Hessischen Theaterakademie, dem Historischen Museum, dem Jüdischen Museum, der Komödie, der Schmiere, der Volksbühne im Großen Hirschgraben und vielen freischaffenden Künstlern, die sich alle in die Menschenkette eingereiht hatten.

„Kultur ist sichtbar“, freute sich Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) über das vielköpfige Zeichen, mit dem die Frankfurter Kulturszene zudem ihre Solidarität untereinander betone. Und eine weitere Gemeinsamkeit lobt Hartwig: „Ich finde es toll, dass alle Kulturschaffenden hier in Frankfurt die gegenwärtige Situation anerkennen“.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Riethmüller Christian
Christian Riethmüller
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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