FAZ plus ArtikelLieblingsgericht der Redaktion

Ein Salat nicht nur für Russen

Von Peter Badenhop
27.03.2021
, 13:02
Salate gibt es viele, aber kaum einer ist so verbreitet wie der von Lucien Olivier. In ganz Europa kennt man den Russischen Salat, aber nur dort, wo er entstanden ist, trägt er den Namen seines Schöpfers.

Kennen Sie Lucien Olivier? Wenn nicht, ist das nicht weiter erstaunlich. Denn hierzulande ist der 1838 geborene Koch alles andere als bekannt – obwohl er als Erfinder eines in ganz Europa verbreiteten und beliebten Salates gilt, der in Russland sogar seinen Namen trägt: Salad Olivier. Bei uns und den meisten unserer Nachbarn heißt seine Kreation Russischer Salat. Sie geht auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück, als Olivier in Moskau zunächst bei einem Adligen kochte und dann 1864 sein Restaurant „Hermitage“ eröffnet. Dort kreierte einen ausgefallenen Kartoffelsalat mit Mayonnaise, der seinen Namen bekam. Später betrieb er einige Jahre ein Restaurant in Wiesbaden, wo er das Gericht dann als „Salade á la Russe“ anbot.

Das Originalrezept ist leider verloren, und wohl auch deshalb gibt es zahlreiche Varianten. Typischer Bestandteil sind aber fast immer Kartoffeln, Erbsen, Karotten und Gewürzgurken, mitunter auch Knollensellerei und Rüben. Während bei Olivier auch Hühnchen, Kalbszunge, Kaviar, Flusskrebse und mitunter Hummer zum Einsatz gekommen sein sollen, werden heute oft Fleischwurst, Kochschinken und gekochte Eier genutzt. Für unsere persönliche Lieblingsvariante nehmen wir auch ein wenig Thunfisch, den wir unter die hausgemachte Mayonnaise heben.

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Peter Badenhop - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Peter Badenhop
Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.
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