Blaulicht in Rhein-Main

Toter auf A5 – „James Bond“ sorgt für Einsatz

18.05.2021
, 10:50
In Fulda sucht die Polizei einen Mann nach einem versuchten Banküberfall. In Frankfurt sucht sie einen Trickbetrüger. In Südhessen hat es auf der B45 eine Karambolage mit vier Verletzten gegeben. Und dann war da der Raser auf dem Friedhof.

Bad Vilbel. Ein junger Mann mit einer Softair-Waffe hat einen größeren Polizeieinsatz in Bad Vilbel ausgelöst. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, hatten Zeugen den 19-Jährigen am Montagmorgen nahe einer Schule im Ortsteil Dortelweil mit einer Schusswaffe in der Hand beobachtet und die Beamten verständigt. Diese nahmen den jungen Mann, der die Softair-Pistole bei sich hatte, wenig später vor Ort vorläufig fest. Wie sich im Laufe der Ermittlungen herausstellte, läuft an der Schule derzeit eine Mottowoche, für die die Schüler sich verkleiden dürfen. Der 19-Jährige sei dabei in die Rolle des „James Bond“ geschlüpft - deshalb „durfte auch die obligatorische Schusswaffe nicht fehlen“, hieß es in der Mitteilung. Das sei jedoch keine gute Idee gewesen, mahnte die Polizei. Die Beamten hätten zunächst davon ausgehen müssen, dass es sich um eine „scharfe“ Pistole handeln könnte. Auch wegen der Nähe zur Schule hätten sie entsprechend sensibel agiert. Den jungen Mann erwarte nun ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen „Führens einer Anscheinswaffe“. Außerdem prüft die Polizei, ob die durch den Einsatz entstandenen Kosten in Rechnung gestellt werden können. „Dass derartige Gegenstände vor allem im Umfeld einer Schule absolut nichts verloren haben und schnell die Polizei auf den Plan rufen, müsste jedem bewusst sein“, hieß es.

Frankfurt Eine 86 Jahre alte Frau aus Bornheim ist von Trickbetrügern um mehrere tausend Euro betrogen worden. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, gab sich der Täter am Telefon als Sparkassenvertreter aus und behauptete, dass Falschgeld in Umlauf sei und er ihre Bargeldbestände auf Echtheit überprüfen müsse. Nach einem zweistündigen Telefongespräch überzeugte er sein Opfer, die Scheine der Größe nach geordnet in Umschläge zu stecken und sie einem „Mitarbeiter“ zu übergeben. Das Geld würde der Polizei ausgehändigt und nach eingehender Prüfung wieder zurückgebracht. Nach der Übergabe an der Valentin-Senger-Straße meldete sich aber niemand mehr bei der Geschädigten.

Fulda. Nach dem Cyberangriff auf das IT-Netzwerk der Supermarktkette Tegut Ende April sind gestohlene Daten im Darknet aufgetaucht. Es seien Firmeninterna veröffentlicht worden, teilte das Unternehmen aus Fulda am Dienstag mit. Die Daten bezögen sich auf einen Unternehmensbereich. Details würden derzeit noch ausgewertet. Das Unternehmen schloss nicht aus, dass die Hacker noch weitere Daten besitzen. Tegut geht von einem kriminellen Hintergrund aus. „Wir leisten kriminellen Machenschaften keinen Vorschub und lassen uns auf keine Verhandlungen mit Kriminellen ein“, sagte Geschäftsführer Thomas Gutberlet der Mitteilung zufolge. Unmittelbar nach dem Angriff hatte der Lebensmittelhändler Einschränkungen bei der Warenverfügbarkeit zu spüren bekommen. Betroffen waren demnach vor allem Fleisch- und Wurstwaren. Das Unternehmen hatte sämtliche IT-Netzwerke abgeschaltet. Das wirkte sich unter anderem auf die Warenwirtschaftsprogramme aus. Angaben zum finanziellen Schaden machte Tegut nicht. Die Kette verfügt über mehr als 280 Märkte in Hessen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg sowie in Göttingen und Mainz.

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Als die Frau schließlich skeptisch wurde, informierte sie die Polizei. Der Abholer des Geldes wurde als 30 bis 35 Jahre alt und etwa 1,80 Meter groß beschrieben. Er hatte schwarze, schulterlange Haare. Die Polizei sucht Zeugen, die den Verdächtigen möglicherweise gesehen haben. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 75 55 24 99 entgegen.

Gießen Bei einem Unfall auf der Autobahn 5 ist ein Mensch ums Leben gekommen. Am Dienstagmorgen fuhren ersten Angaben der Polizei zufolge ein Lastwagen und ein Transporter aufeinander. Einer der Fahrer überlebte den Aufprall nicht. Der Unfall passierte zwischen der Ausfahrt Fernwald im Kreis Gießen und dem Gambacher Kreuz. Die Strecke in Richtung Frankfurt blieb wegen der Bergungsarbeiten zunächst gesperrt.

Fulda Ein versuchter Raubüberfall auf eine Bankfiliale in der Fuldaer Innenstadt hat am Montagnachmittag einen Polizeieinsatz ausgelöst. Der Täter sei flüchtig, sagte ein Polizeisprecher am Abend, machte aber zunächst keine weiteren Angaben. Zuvor hatte „Osthessen News“ über das Thema berichtet. Demnach wurde bei dem versuchten Überfall niemand verletzt. Mehrere Streifenwagen seien im Stadtgebiet im Einsatz gewesen. Erkenntnisse zu den genauen Hintergründen hätten zunächst nicht vorgelegen.

Bad König Bei einem Zusammenstoß mehrerer Autos auf der B24 nahe Bad König im Odenwaldkreis sind vier Menschen verletzt worden. Ein 24 Jahre alter Mann hatte am Montagabend auf nasser Fahrbahn die Kontrolle über seinen Wagen verloren und krachte in zwei entgegenkommende Fahrzeuge, wie die Polizei mitteilte. Die vier Insassen der drei Autos wurden in ein Krankenhaus gebracht. Die Bundesstraße 45 war wegen Arbeiten an der Unfallstelle vorübergehend gesperrt.

Lampertheim Ein 25 Jahre alter Mann ist mit seinem Auto vor einer Zivilstreife der Polizei geflohen und mit hoher Geschwindigkeit durch die Innenstadt, einen Stadtpark und über einen Friedhof gefahren. Die Beamten wurden am Montagnachmittag in Lampertheim im Kreis Bergstraße auf den Wagen aufmerksam und verfolgten den Fahrer, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Daraufhin floh der Mann und missachtete laut Polizei mehrere Verkehrsregeln. Unter anderem befuhr er mehrere Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung.

Nachdem der Mann durch den Stadtpark sowie über den Friedhof gefahren war, rammte er die Zivilstreife, die ihm den Weg versperrte. Anschließend setzte er seine Flucht zu Fuß fort und ließ sein beschädigtes Fahrzeug an der Unfallstelle zurück. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt.

Bisher ist der Mann flüchtig. Laut Polizei ist er aus Lampertheim ihr jedoch bekannt und konnte durch die Streife identifiziert werden. Auf den Fahrer kommen nun mehrere Anzeigen zu.

Kassel Ein 40 Jahre alter Lastwagenfahrer ist bei einem Unfall auf der Autobahn 44 schwer verletzt worden. Zwei andere Fahrer im Alter von 49 und 60 Jahren überstanden die Karambolage unverletzt. Nach Angaben der Polizei von Dienstag prallten die von den Männern gelenkten drei Sattelzüge am Montagabend auf der Strecke in der Nähe von Kassel aufeinander. Bei dem Unfall entstand ein Schaden von geschätzt 150.000 Euro.

Auslöser war den Ermittlungen zufolge ein Rückstau. Zwei der Fahrer hätten deshalb angehalten. Der 40-Jährige habe dies zu spät erkannt und fuhr in den Lkw des 49 Jahre alten Fahrers. Der Sattelzug dieses Fahrers wurde dann in den davorstehenden Lastwagen des 60 Jahre alten Mannes geschoben.

Die Strecke zwischen dem Dreieck Kassel-Süd und dem Kreuz Kassel-West blieb in Richtung Dortmund während der Bergungs- und Reinigungsarbeiten am Montagabend mehrere Stunden gesperrt.

Quelle: dpa
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