Mescal-Trend

Tequila Cocktail aus St. Pauli

Von Peter Badenhop
08.04.2021
, 13:09
„Tequila Sunrise“ und „Margarita“ sind bei weitem nicht die einzigen Cocktails, die man aus dem Agaven-Schnaps mixen kann: „Lupita Margarita“ von einer Hamburger Barkeeperin wir jetzt als „Bottled Cocktail“ angeboten.

Mescal ist gerade ziemlich angesagt. Bevor das vermaledeite Virus die Gastronomie und mit ihr die Bar-Szene lahmgelegt hat, war der mexikanische Agaven-Schnaps unter Barkeepern und Drink-Nerds der letzte Schrei. Gewissermaßen die avantgardistische Antwort auf die nicht enden wollende Gin-Euphorie des Mainstreams. Ja, Tequila, das kannte jeder. In den Achtzigern und Neunzigern durften die Flaschen mit den kleinen roten oder goldenen Mexikaner-Hütchen auf dem Schraubverschluss auf keiner Party fehlen. Ihr Inhalt wurde mit Salz und Zitrone oder Zimt und Orange heruntergestürzt und am nächsten Tag gerne für den unausweichlichen Kater verantwortlich gemacht.

Mescal dagegen blieb immer ein Nischenprodukt – schon weil es ihn in Flaschen mit einem Wurm darin gab. Dass das nichts weiter als ein Marketing-Gag war und Mescal nicht etwa eine gewöhnungsbedürftige Unterkategorie für Freaks im Tequila-Universum, sondern dass vielmehr der Tequila nur eine, wenn auch die bekannteste von zahllosen Formen des Mescal ist – das blieb den deutschen Agaven-Freunden verschlossen.

Geändert hat das erst der jüngste Mescal-Trend, der zwischenzeitlich so viel Fahrt aufgenommen hatte, dass sich einige Barbetreiber ganz auf den neuen Hype spezialisierten und wie zum Beispiel die „Rabbit“- Bar im Frankfurter Nordend bis zu 100 Sorten des meist im Bundesstaat Oaxaca von Kleinbauern in Handarbeit destillierten Brandes an ihre Gäste ausschenkten.

Mehr als „Tequila Sunrise“ und „Margarita“

Die Pandemie hat diesen Boom erst einmal ausgebremst. Profitiert hat von der Agaven-Schnaps-Welle aber auch der Tequila, der vor allem rund um die gleichnamige Stadt im Bundesstaat Jalisco gebrannt wird und für den ausschließlich blaue Agaven verarbeiten werden. Hochwertiger und gereifter Tequila wird auch in seiner Heimat meist pur ausgeschenkt. Der junge, weiße Brand wird in Mexiko oft zusammen mit Sangrita und Limettensaft als „Bandera“ (sprich Flagge) in drei separaten Gläsern zum Essen serviert und in der Reihenfolge Limettensaft, Tequila, Sangrita getrunken. Beliebt ist er aber auch als Longdrink: als „Paloma“ mit Grapefruitsaft oder -limonade und als „Charro Negro“ mit Cola und Limettensaft.

International bekannt sind vor allem zwei Cocktails mit dem Agaven-Schnaps: der „Tequila Sunrise“ und der „Margarita“. Letzterer besteht traditionell aus zwei Teilen Tequila und je einem Teil Orangenlikör und Limettensaft – und wird jetzt passend zum offenbar nicht enden wollenden Lockdown von der Hamburger Barkeeperin Betty Kupsa vom „Chug Club“ auf St. Pauli als „Bottled Cocktail“ angeboten. Ihr knallroter „Lupita Margarita“ besteht aus einem mit mexikanischen Hibiskusblüten aromatisierten Tequila, einem Orangenlikör und Zitronensaft und ist in der Flasche fix und fertig gemixt.

Momentan wirkt dieser rubinrote, fruchtig-frische Drink mit seinem feinen Orangen- und Agavenaroma und der gut balancierten Süße und Säure manchem vielleicht noch ein bisschen zu sommerlich. Aber spätestens in zwei Monaten könnte der „Lupita Margarita“ zum idealen Sundowner oder Grillabend-Begleiter werden. Zu bekommen ist er online unter www.chug-club-shop.de, aber auch unter www.trinkabenteuer.de und www.weinquelle.com für knapp 25 Euro je 0,5-Liter-Flasche.

Quelle: F.A.Z.
Peter Badenhop - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Peter Badenhop
Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.
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