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Musical über Frank Sinatra

Blick zurück mit Hits

Von Christoph Forsthoff
Aktualisiert am 16.02.2020
 - 20:05
„That’s Life“: Das Musical über Frank Sinatra tourt durch Deutschland.
Das Musical „That’s Life“ ist eine Hommage an Frank Sinatra und überzeugt mit Hits, Abgründen und einem roten Faden.

Es ist ein Geschäft mit der Vergangenheit, das sich lohnt: Seit zehn Jahren nimmt sich Oliver Forster mit seiner Cofo Entertainment Group nun schon allwinterlich aufs Neue der Biographie einer „verstorbenen oder nicht mehr auf der Bühne auftretenden Musikerlegende“ an. Er lässt deren Leben dramaturgisch aufbereiten und mit ihren größten Hits musikalisch umrahmen – um die neu geschaffene Musical-Produktion dann für vier Monate auf Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz zu schicken. In diesem Winterhalbjahr hat der Passauer Veranstalter Frank Sinatra aus der Gruft geholt und lässt den Entertainer samt einem 13 Musiker zählenden Orchester mit der Show „That’s Life“ von Kiel bis Passau über die Bühnen swingen, trinken und singen, demnächst etwa in Niedernhausen (19. Februar), in Mannheim (21. Februar) und in der Frankfurter Jahrhunderthalle (1. April).

„Unser Ziel ist es, generationsübergreifend ein breites Publikum zu erreichen“, sagt Forster und hofft auf Eltern, die ob ihrer Begeisterung für „Ol’ Blue Eyes“ und seine Musik auch ihre Kinder mitziehen. Entsprechend hat Autor und Regisseur Stefan Warmuth den mehr als zwei Dutzend Songs von „Come Fly With Me“ bis „My Way“ reichlich Spielzeit in der zweieinhalbstündigen Show eingeräumt, denn „die Leute wollen die großen Hits hören“. Wobei Hits für Produzent Forster nicht irgendwelche aktuellen Chartserfolge sind, sondern Titel und Künstler, die „zum Kulturgut und einem Stück Zeitgeschichte geworden sind und deren Musik mehrere Generationen überdauert hat“. So wie im Falle Sinatras, der in dieser Show auf sein eigenes Leben zurückblickt und dabei von seiner Amour fou mit Schauspielerin Ava Gardner bis zu den legendären „Rat Pack“-Auftritten mit Sammy Davis jr. und Dean Martin keinen schlagzeilenträchtigen Höhepunkt auslässt. Was für Forster indes den kleinen, aber feinen Unterschied zu den zahlreichen Revuen, Tribute- und Revival-Shows über Sinatra ausmacht: „Dort handelt es sich nur um eine Aneinanderreihung von Songs – bei uns gibt es einen roten Faden mit Storyline und verschiedenen Charakteren.“

„Sinnlichkeit ist das Entscheidende“

Dies sei das Alleinstellungsmerkmal seiner „Konzept-Musicals“, das die Produktionen über die Beatles – Forsters 2011 entstandener Erstling in diesem Genre hat inzwischen mehr als eine Million Zuschauer angelockt und tourt noch immer durch die Hallen –, Elvis, Falco oder Udo Jürgens von den zahllosen Star-Revuen unterscheidet: „Allein in Las Vegas gibt es 30 Elvis-Darsteller – von all diesen Revuen setzen wir uns mit unserer Idee ab.“ Dieses Konzept hat Forster im Falle seiner Shows „Beat it!“ und „Simply the Best“ über Michael Jackson und Tina Turner aber auch juristischen Ärger eingebracht hat: Tina Turner verklagte den Veranstalter wegen eines Tourplakats, das mit der Protagonistin Dorothea „Coco“ Fletcher, einem Turner-Double, und dem Namen der Rock-Legende warb. Das Kölner Landgericht entschied jüngst zugunsten der echten Sängerin – Forster hatte da allerdings schon im Vorgriff auf die sich abzeichnende Entscheidung seine Plakate mit dem Hinweis „Starring Dorothea ,Coco‘ Fletcher“ versehen lassen. Und stellt ganz nüchtern fest: „Die Auseinandersetzung ist eine unbezahlbare Werbung für uns, die man gern mitnimmt.“

Sinatras Erben haben bislang keinen Anstoß an Forsters jüngster Produktion genommen – dabei hat Warmuth für sein Buch historisch durchaus mehr als nur die schon sattsam bekannten Fakten aus dem Leben von Frankie-Boy aufgegriffen. Ohne dass der Berliner dabei eine zeitgeschichtliche Abhandlung über den Entertainer angestrebt hätte: „Sinnlichkeit ist das Entscheidende“, weiß der ehemalige Schüler von Regie-Ikone Boy Gobert. Er setzt auf die Einbindung der menschlich-persönlichen Konflikte Sinatras in ein „Jahrhundert voller Umbrüche“, wie er sagt: „Da taten sich Abgründe auf, als ich in die kultur- und gesellschaftspolitischen Hintergründe der Zeit eingestiegen bin.“ Eben ganz so, wie es Warmuth einst von seinem großen Lehrmeister mit auf den Weg bekam; entscheidend sei der Mut, neugierig und ohne Angst sich eines Themas anzunehmen – und auch zu akzeptieren, wenn es einmal nicht gelinge. Oder mit Sinatras Worten: I did it my way...

That’s Life – Das Sinatra-Musical

19. Februar, 20 Uhr, Niedernhausen, Rhein-Main-Theater. Vorstellungen auch am 21. Februar in Mannheim (Rosengarten) und am 1. April in Frankfurt (Jahrhunderthalle)

Quelle: F.A.Z.
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