Attentat in Frankfurt

Polizei sucht vier Männer nach Messerstecherei

Von Katharina Iskandar, Frankfurt
30.10.2016
, 18:12
Spurensicherung nach Messerstecherei: Beamte suchen die Frankfurter Hauptwache am Samstagabend nach Spuren ab.
Nach dem brutalen Angriff auf vier Jugendliche an der Frankfurter Hauptwache hat die Polizei erste Hinweise zum möglichen Tatmotiv – und fahndet nach mehreren Verdächtigen. Die Opfer der Attacke sind derweil außer Lebensgefahr.

Nach der Messerstecherei im S-Bahnhof der Frankfurter Hauptwache fahndet die Polizei nach vier Verdächtigen. Wie eine Sprecherin mitteilte, ermitteln die Beamten wegen Verdachts auf versuchten Mord. Am späten Samstagnachmittag waren um 17.30 Uhr vier junge Männer im Alter von 16 bis 18 Jahren vor den Augen zahlreicher Passanten in der S-Bahnstation angegriffen und durch Messerstiche schwer verletzt worden. Die Station und der Aufgang zur B-Ebene wurden rund drei Stunden gesperrt. Beamte der Spurensicherung suchten das Areal ab, das deutliche Spuren der Bluttat aufwies.

Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass es sich um eine Auseinandersetzung zwischen verfeindeten Jugendlichen gehandelt hat, die Tat sei aus einem „rein privaten Motiv“ geschehen. Die Opfer, die deutscher und türkischer Herkunft sind, wurden zum Teil schwer verletzt, schweben aber nicht in Lebensgefahr. Zwei von ihnen wurden noch am Abend zu dem Geschehen befragt.

Mutmaßliche Täter ausschließlich Männer

Den Erkenntnissen zufolge begann die Messerstecherei in der unterirdischen S-Bahn-Station und verlagerte sich dann in die B-Ebene. Die Polizei versuchte unmittelbar nach der Tat, Spekulationen, auch über einen Anschlag, erst gar nicht aufkommen zu lassen. Über das Internet teilte die Behörde mit, es bestehe keine Gefahr für die Passanten auf der Zeil.

Zugleich bat sie darum, Gerüchte nicht weiter zu verbreiten, um eine Panik zu vermeiden. Den Erkenntnissen zufolge hatte sich der Streit zwischen den Beteiligten angebahnt. Das berichteten Zeugen, denen die Gruppe zuvor schon aufgefallen war. In der B- und C-Ebene sei der zunächst verbal ausgetragene Streit schließlich eskaliert.

Die Polizei gab gestern eine detaillierte Personenbeschreibung der mutmaßlichen Täter ab, bei denen es sich ausschließlich um Männer handelt. Drei von ihnen sollen etwa 20 Jahre alt und südosteuropäischer Herkunft gewesen sein. Sie trugen dunkle wattierte Jacken. Bei dem vierten Verdächtigen handelt es sich um einen älteren, etwa 55 Jahre alten Mann. Er hatte kurze dunkle Haare, einen kahlen Hinterkopf und einen Oberlippenbart. Auch er soll ein südosteuropäisches Erscheinungsbild gehabt haben. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 069/75553111 entgegen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Iskandar, Katharina
Katharina Iskandar
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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