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Neueröffnung in Offenbach

Kunstausstellung unter Freunden

Von Christoph Schütte
 - 17:08

Als Kriterium ist das eigentlich ein bisschen dünn. Doch andererseits hatte uns Eric Beuerle de Castro vorgewarnt. Dass es ihm nämlich hier nicht um eine kuratierte Ausstellung zu tun sei. Vielmehr habe er für die Eröffnung der neuen Art/Of Gallery vor allem solche Leute eingeladen, die er möge. „Das sind alles meine Freunde.“ Sandra Mann etwa. Thomas Draschan auch und Bernhard Martin, Konstantin Totibadze, Deniz Alt und Camill Leberer, Mike Hentz oder Jos Diegel, mithin bekanntere und weniger bekannte Künstler, deren Werk er meist schon seit vielen Jahren verfolgt.

Was bei aller Sympathie nicht heißt, dass deren Positionen sich in jedem Fall auch gut vertragen. Darauf aber kommt es de Castro mit seinem Engagement auf dem ehemaligen Offenbacher Schlachthofgelände nicht zuvörderst an. Schon im Kunstraum Dreieich hat er mit Justine Otto, Sandra Mann oder auch Anke Röhrscheid in den vergangenen acht Jahren vor allem Künstler aus dem eigenen Umfeld vorgestellt. Absolventen der Offenbacher Hochschule für Gestaltung und der Städelschule vor allem, Bildhauer wie Leberer und Willi Siber, die Collagen des Österreichers Manfred Peckl und vielleicht ein wenig gar zu gern die eigenen Abstraktionen in Industrielack, Öl oder Acryl.

Insofern mag man die so nichtssagend wie rätselhaft „The world is something flat, or not. . .“ überschriebene Eröffnungsausstellung denn auch durchaus konsequent nennen, schreibt sie doch das Programm des bisherigen Kunstraums im Wesentlichen fort. Dass de Castro nun im benachbarten Offenbach ganz neu eröffnet, hat freilich dennoch seinen guten Grund. Denn nicht nur kann der als Autodidakt zur Malerei gelangte Künstler sein bislang den Schauraum vorstellendes Atelier in Zukunft wieder allein und also ganz im Sinne des Erfinders nutzen. Hier bieten sich ganz neue und bislang ungeahnte Möglichkeiten.

Kunst der Gegenwart in Offenbach

Gemeinsam mit dem Besitzer des Geländes denkt de Castro etwa über einen „Kulturcampus“ auf dem Schlachthofareal nach. Und was immer das am Ende in der Praxis heißen soll, Platz gibt es hier allemal genug, um neben dem eigentlichen, rund 300 Quadratmeter messenden Ausstellungsraum und der für Solopräsentationen vorgesehenen Studiogalerie etwa eine Reihe von bezahlbaren Ateliers einzurichten. Ein ambitioniertes Unterfangen, nicht nur für eine Stadt wie Offenbach, die sich so gern Kreativstadt nennt. Was für die umworbenen Kreativen zunächst einmal vor allem heißt: Man muss improvisieren.

Gerade hier, wo mit der „Marterie“ von Anny und Sibel Öztürk gerade wieder eine etwas andere Kunstadresse ihren Türen schließt, gerade Offenbach kann neben seinen gern unterschätzten Institutionen wie dem Ledermuseum, dem Zollamt oder dem Klingspor-Museum, neben Hochschule und der von den Künstlern von YRD.Works betriebenen Kressmann-Halle einen weiteren Ort für die Kunst der Gegenwart ganz gut gebrauchen. Und das Kuratieren will de Castro in Zukunft ohnehin vor allem anderen überlassen. Bernhard Martin etwa, einer der bekanntesten Künstler der aktuellen Ausstellung, ist schon einmal angefragt.

Die Ausstellung in der Offenbacher Art/Of Gallery, Ernst-Griesheimer-Platz 6a, ist bis 26. Januar mittwochs bis freitags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Vom 19. Dezember bis 7. Januar bleibt die Galerie geschlossen.

Quelle: F.A.Z.
Christoph Schütte
Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.
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