Heute in Rhein-Main

Eine Milliarde Euro für Griesheim

Von Carsten Knop
06.07.2022
, 21:00
Der Industriepark soll für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Frankfurts Oberbürgermeister wird in Bälde vor Gericht stehen. In den Industriepark Griesheim wird kräftig investiert und Reisende müssen weiter Geduld haben. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.
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Guten Abend,
der Oberbürgermeister stellt sich heute einmal hinten an. Der Scheinwerfer des Abends gebührt der Weiterentwicklung des Industrieparks Griesheim. Der wird für eine Milliarde Euro umgebaut und für die Öffentlichkeit geöffnet. Das ist die beste Nachricht des Tages. Peter Feldmann weiß derweil, wann er sich vor Gericht verantworten muss. Immerhin mal etwas Handfestes mit Blick auf seine konfusen Angelegenheiten. Und die schlechte Nachricht des Tages: Am Flughafen braucht man noch bis zum Ende des Jahres sehr starke Nerven. Bleiben wir in dieser Reihenfolge, von gut nach schlecht.

Sprung nach vorn: Die Berliner Beos AG will eine Milliarde Euro in den Industriepark Griesheim investieren und das 73 Hektar große Areal in einen Gewerbepark unter anderem für „Industrie 4.0“ umwandeln. Dafür soll der bisher von Mauern umgebene Standort zur Stadt hin geöffnet, von Rad- und Busrouten durchzogen und öffentlich zugänglich werden. Auch das derzeit gesperrte Mainufer werde geöffnet. Am Mittwoch stellte die zum Schweizer Swiss-Life-Konzern gehörende Projektentwicklungsgesellschaft die Grundzüge ihrer Planung erstmals vor, mit dabei waren die Stadträte Mike Josef (SPD) und Stephanie Wüst (FDP). Josef bezeichnete den Neuanfang als „Riesenchance“. Wüst sagte, der frühere Chemiestandort sei die auf absehbare Zeit größte und am schnellsten zu entwickelnde Fläche, die Frankfurt der Wirtschaft zu bieten habe. Das ist wahr; die beiden machen übrigens Werbung für das Gute an der Kommunalpolitik.

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Vor dem Absprung: Das gilt nicht für den Oberbürgermeister. Aber für Peter Feldmann (SPD), der in dieser Woche seinen freiwilligen Rückzug für Ende Januar angekündigt hat, steht nun fest, dass er vom 18. Oktober an vor Gericht stehen wird. Feldmann muss sich wegen des Verdachts der Vorteilsannahme verantworten. Das hat das Landgericht Frankfurt am Mittwoch bekanntgegeben. Das Verfahren ist zunächst auf sechs Verhandlungstage bis zum 23. November terminiert. Nach Einschätzung von Fachleuten könnte sich das Verfahren angesichts der zu erwartenden Zahl der Zeugen bis ins neue Jahr erstrecken. Helmut Schwan kommentiert rund um die Causa, dass die Stadtverordnetenversammlung als höchstes Organ der Stadt eine kurzfristige, verbindliche Zusage von Feldmann einfordern müsse. Verlassen sollte man sich tatsächlich besser auf nichts.

Zu kurz gesprungen: Mit teils stundenlangen Wartezeiten beim Check-in, in der Gepäckausgabe und bei anderen Prozessen werden Reisende am Frankfurter Flughafen auch in den nächsten Monaten weiter rechnen müssen. Das hat Stefan Schulte, der Vorstandsvorsitzende des Flughafenbetreibers Fraport AG, gesagt. Die Abläufe am Flughafen seien derzeit nicht gut, und sie würden auch in diesem Jahr wahrscheinlich nicht mehr besser werden. „Es rumpelt im Moment an vielen Stellen, und es wird erst einmal auch weiter so sein“, fügte der Flughafenchef hinzu und entschuldigte sich bei allen Betroffenen. Als Grund für die aktuell schwierige Lage nannte Schulte die unerwartet schnelle Rückkehr der Flugreisenden, nachdem der Flugverkehr zu Beginn der Pandemie zeitweise vollkommen eingestellt worden sei. Inzwischen zahlt Fraport keine Prämien mehr für das Verlassen des Unternehmens, sondern 2000 Euro Antrittsprämie.

Und außerdem hat ein brennender Lastwagen am frühen Mittwochmorgen auf der Autobahn 3 bei Frankfurt einen längeren Stau verursacht +++ hat sich der Mieterbund Hessen in der Debatte um zeitweilige Beschränkungen von Warmwasser in Wohnungen kritisch geäußert +++ muss das altehrwürdige Rathaus Wiesbadens dringend modernisiert werden, was Oliver Bock auch kommentiert.

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Viele Grüße aus der Redaktion, bleiben Sie gesund

Carsten Knop

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Das Wetter für Donnerstag

Bei wechselnder bis starker Bewölkung gibt es im Lauf des Tages einige Schauer. Höchstwerte bis 23 Grad. Stark böiger Wind.

Geburtstag haben am

Donnerstag, 7. Juli

Gerhard Merz (SPD), ehemaliges Mitglied des Hessischen Landtags (Wahlkreis Gießen I) (70); Hans-Dieter Maienschein, Gründer und Leiter des Papageno Musiktheaters am Palmengarten, Frankfurt (64); Stefan Hafke, Deutschlandchef der amerikanischen Großbank Citigroup, Frankfurt (53); Alexander Hetjes (CDU), Oberbürgermeister der Stadt Bad Homburg (43).

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Quelle: FAZ.NET
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