Heute in Rhein-Main

Eintracht darf nur vor 5000 Fans spielen

Von Marie Lisa Kehler
25.07.2021
, 21:05
Eintracht Frankfurt: Beim Freundschaftsspiel gegen St. Étienne werden nur noch halb so viele Zuschauer eingelassen. (Archivbild)
Die Eintracht Frankfurt darf am kommenden Samstag doch nur 5000 Zuschauer einlassen. In Hessen beschweren sich viele Fitnessstudio-Mitglieder. Die Mathildenhöhe in Darmstadt wurde in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

Guten Abend,
die Nachricht ist am Nachmittag eingetrudelt. Mitten in die Sommer-Sonnen-Laune hinein. Und sie will so gar nicht zur Gemütslage passen. Weil sich alles wieder nach Rückschritt anfühlt. Und ein bisschen nach „Täglich grüßt das Murmeltier“. Die Eintracht, die am kommenden Samstag ein Freundschaftsspiel gegen St. Étienne im Stadion austragen wird, darf nur noch 5000 Zuschauer einlassen. Zuvor aber wurden von der Stadt und dem Gesundheitsamt in Absprache mit dem Frankfurter Rechtsamt 10.000 Zuschauer genehmigt. Bedingung war unter anderem, dass mindestens die Hälfte der Zuschauer schon über den vollen Impfschutz verfügt oder offiziell als genesen gilt. Man habe die Leitlinien zur Genehmigung großer Sport- und Kulturveranstaltungen ausgewertet, die die Chefs der Staatskanzleien Anfang Juli verabschiedet hatten, und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass 10.000 Zuschauer vertretbar seien, meldete sich Stefan Majer, Gesundheitsdezernent der Stadt Frankfurt, am Sonntag zu Wort. „Wir haben alles getan, um korrekt vorzugehen.“ Die Entscheidung sei „in der Sache richtig“.

Diese Ansicht scheint man im Sozialministerium nicht zu teilen. 10.000 Zuschauer bei steigenden Neuinfektionen – das sei zu viel. In einem Schreiben aus dem Ministerium heißt es kurz und knapp: „Bei der Auslegung der Leitlinien hat sich gezeigt, dass es folgender Klarstellung bedarf: Bei den 5000 handelt es sich um die maximale Zahl Zuschauender. Eine Ausweitung im Sinne von ‚5000 + Geimpfte und Genesene‘ ist nicht vorgesehen.“ Die sogenannten Auslegungshinweise der Hessischen Coronavirus-Schutzverordnung werden schnellstmöglich angepasst, heißt es weiter. Die Genehmigung für das Spiel vor großem Publikum ist somit hinfällig. Wie die Eintracht auf diese Nachricht reagiert und welche Konsequenzen Karteninhaber fürchten müssen, stand am Sonntag noch nicht fest.

Angesichts dieser Zeilen dürfte bei dem ein oder anderen Sportfan der Blutdruck steigen. Ein kleiner Warnhinweis an dieser Stelle: Weiterlesen könnte gesundheitsgefährdend sein. Denn auch in einem anderen Sportbereich läuft es alles andere als rund. In den Fitnessstudios droht die Stimmung zu kippen. Zumindest wenn man Daten der Verbraucherzentrale Hessen glaubt. Aus denen geht hervor, dass sich überproportional viele Vertragskunden beschweren. Denn nicht wenige haben in der Corona-Zeit ihre Beiträge weiter gezahlt, obwohl kein Training möglich war. Nun wartet manch einer auf die versprochene Erstattung oder ärgert sich über Vertragsverlängerungen. Die Verbraucherzentrale stellt so manchem Studiobetreiber kein gutes Zeugnis im Umgang mit den Kunden aus und spricht von einer „kompletten Verweigerungshaltung“. Wie seitens der Studiobetreiber auf diese Kritik reagiert wird, hat unsere Kollegin Petra Kirchhoff recherchiert.

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So, genug gemeckert. Es geht auch mal darum, die guten Nachrichten zu feiern. Auch auf die Gefahr hin, dass Sie es schon mitbekommen haben, sei an dieser Stelle wiederholt: Die Mathildenhöhe in Darmstadt wurde in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen. Darmstadts Oberbürgermeister sprach am Samstag sogar von einem „historischen Tag“ für die Stadt. Denn die Aufnahme des Jugendstilensembles galt keineswegs als gesichert. Die Mathildenhöhe ist nun das siebte hessische Welterbe. Und klar, ein bisschen Angeberwissen für die Hosentasche bekommen Sie in diesem Newsletter auch geliefert.

Die anderen sechs auf einen Blick (stibitzt auf der Seite des Ministerium für Wissenschaft und Kunst):

1. Das karolingische Kloster Lorsch mit seiner berühmten Torhalle

2. Das Obere Mittelrheintal von Rüdesheim/Bingen bis Koblenz (als Kulturlandschaft)

3. Die Grenzen des Römischen Reiches – Obergermanisch-Raetischer Limes

4. Der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel

5. Die Grube Messel

6. Der Nationalpark Kellerwald-Edersee als Teil des Weltnaturerbes Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands

Und außerdem lädt das Sommerwerft-Festival zur Wesler Werft ein – natürlich unter strengen Hygieneauflagen +++ blicken wir zurück auf die bewegte Geschichte der Interessensgemeinschaft zur Bekämpfung des Fluglärms Rhein-Main, die sich nach 56 Jahren aufgelöst hat +++ wollen auch Mainz, Speyer und Worms auf die Unesco-Welterbestätte-Liste gelangen. Am Dienstag soll darüber entschieden werden.

Bleiben Sie gesund,

Marie Lisa Kehler

Das Wetter für Montag:

Teils sonnig, teils bewölkt. Schauer sind selten. Höchstwerte um 28 Grad. Nachts wolkig bei 17 Grad.

Geburtstag haben am

Montag, 26. Juli

Marco Brockhaus, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Beteiligungsgesellschaft Brockhaus Capital Management AG, Frankfurt (53); Paula Macedo Weiß, Präsidentin der Stiftung Museum Angewandte Kunst, Frankfurt (52).

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Kehler, Marie-Lisa
Marie Lisa Kehler
Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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